Panorama

Besorgnis wegen Fukushima Block 2 erhitzt sich offenbar

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Die Lage in Fukushima ist nach wie vor katastrophal.

(Foto: dpa)

Es wird stiller um das havarierte Kernkraftwerk Fukushima - doch die Lage dort ist alles andere als beruhigend. Die Betreiberfirma Tepco misst deutlich höhere Temperaturen in einem Reaktorblock, wiegelt aber ab: Sicher sei nur das Thermometer kaputt. Japans Umweltminister bereitet sich auf alle Eventualitäten vor. Tepco rutscht immer tiefer in die roten Zahlen.

Das japanische Kraftwerk sorgt ein knappes Jahr nach der Atomkatastrophe erneut für Aufregung. Instrumente hätten einen Anstieg der Temperatur im Reaktorblock 2 auf über 90 Grad Celsius angezeigt, teilte der Betreiber Tokyo Electric Power (Tepco) mit. Damit habe sich der Wert im Vergleich zum Vormonat verdoppelt. Das Unternehmen erwartet aber nach eigenem Bekunden, dass es sich nur um ein fehlerhaftes Thermometer handelt. Es gebe wenig Anzeichen für eine Dampfentwicklung. Deswegen befinde sich der Reaktor wohl noch immer in der Kaltabschaltung, hieß es.

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Es ist wieder die Zeit des Verneigens: Tepco-Chef Toshio Nishizawa verbeugt sich in Tokio.

(Foto: REUTERS)

Der japanische Umweltminister Goshi Hosono erklärte, auch er gehe weiter von einer Kaltabschaltung aus. Es gebe aber keinen Grund, sich in Sicherheit zu wiegen. Die Regierung bereite sich auf alle Eventualitäten vor.       

Nach dem schweren Erdbeben und dem Tsunami im März vergangenen Jahres versagten die Kühlsysteme im Atomkraftwerk Fukushima. Dadurch kam es zur Kernschmelze und einer großflächigen radioaktiven Verseuchung. Zehntausende Menschen mussten in der Region ihre Wohnungen verlassen.

Auch die winterliche Kälte bereitet den Arbeitern in dem Kraftwerk Probleme: Einige provisorische Leitungen sind gerissen, so dass strahlendes Wasser austritt. Das Kraftwerk liegt etwa 240 Kilometer von Tokio entfernt.

Staat hilft Tepco mit Milliarden

Die japanische Regierung genehmigte unterdessen weitere Hilfen für Tepco. Die umgerechnet 6,7 Milliarden Euro sollen genutzt werden, um Opfer der Atomkatastrophe zu entschädigen. Der auch für Energiefragen zuständige Handelsminister Yukio Edano forderte aber ein größeres Mitspracherecht der Regierung bei Entscheidungen des Unternehmens.       

Der Betreiber des havarierten Atomkraftwerks Fukushima, Tepco, rutscht im laufenden Geschäftsjahr tiefer in die roten Zahlen als gedacht. Wie der angeschlagene Konzern bekanntgab, dürfte zum Bilanzstichtag 31. März angesichts steigender Entschädigungszahlen unter dem Strich ein Fehlbetrag von 695 Milliarden Yen (6,7 Milliarden Euro) anfallen. Bislang war Tepco noch von einem Nettoverlust von 600 Milliarden Yen ausgegangen. Der Umsatz dürfte sich auf 5,28 Billionen statt 5,32 Billionen Yen belaufen

Quelle: ntv.de, dpa/rts

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