Panorama

Spätfolge der Buschfeuer Erster geretteter Koala Paul ist tot

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Kurz nach der Rettung: Foto aus dem Port Macquarie Koala Hospital, November 2019.

(Foto: imago images/VCG)

Verheerende Buschfeuer wüten seit Mitte 2019 bis zum Jahresanfang 2020 in Australien. Einen geretteten Koala schließt die Welt ins Herz. Nun ist er an seinen Verletzungen gestorben.

Ende letzten Jahres blickte die Welt nach Australien, denn noch vor wenigen Monaten wüteten dort heftige Buschfeuer. Millionen Tiere kamen bei den Bränden ums Leben. Ein Koala erlangte damals eine bescheidende Berühmtheit. Sein Name: Paul. Er war einer der ersten Koalas, der aus den Flammen gerettet werden konnte. Nun ist an den Folgen seiner Brandverletzung gestorben.

Paul wurde im November letzten Jahres aus den Flammen nahe Port Macquarie, einer Hafenstadt im australischen Bundesstaat New South Wales, gerettet. Sein Tod ist für seine Retter ein Einschnitt. "Schweren Herzens teile ich Ihnen mit, dass Paul am Sonntag, den 28. Juni, verstorben ist", teilte das Port Macquarie Koala Hospital via Facebook mit.

"Er wurde als schwer verbrannter, traumatisierter kleiner Koala in das Koala-Krankenhaus gebracht", so das Krankenhaus weiter. Die letzten acht Monaten verbrachte Paul in einem Korb auf der Intensivstation, die Behandlung wirkte und seine Heilung schritt erwartungsgemäß voran. Doch in den vergangenen Wochen verschlechterte sich sein Zustand rapide.

"Die Freiwilligen und Mitarbeiter des Port Macquarie Koala-Krankenhauses, die sich über acht Monate lang um Paul gekümmert haben, sind über seinen Verlust am Boden zerstört", teilt das Krankenhaus mit. "Paul hat die Herzen aller berührt, die sich um ihn gekümmert haben."

Koalas könnten bis 2050 in Teilen aussterben

Den Koala-Beständen in Australien geht es insgesamt nicht gut. Das Aussterben der Beuteltiere bis zum Jahr 2050 könne nur durch eine "dringende Intervention der Regierung" verhindert werden, teilte vor wenigen Tagen ein Parlamentsausschuss des Bundesstaats New South Wales als Ergebnis einer parlamentarischen Untersuchung mit. Schuld sind die verheerenden Buschbrände, die Trockenheit und die Zerstörung des natürlichen Wohnraumes der Koala. Allein durch die Buschfeuer sind nach Expertenmeinungen mindestens 5000 Koalas allein in New South Wales ums Leben gekommen. Außerdem wurden über 5,5 Millionen Hektar Land verbrannt, in etwa die Fläche Kroatiens. Das sei ein Viertel des Lebensraumes der Koalas auf öffentlichem Gebiet, so der Parlamentsausschuss. Die Untersuchung war ein Jahr lang gelaufen.

"Ohne das dringende Eingreifen der Regierung wird der Koala in New South Wales noch vor 2050 ausgestorben sein. Das ist extrem besorgniserregend für alle - nicht nur im Bundesstaat New South Wales, sondern rundum die Welt", sagte Parlamentarierin Cate Faehrmann. Um das zu verhindern, schlagen die Politiker der Landesregierung nun einen Maßnahmen-Katalog vor, mit dem der Lebensraum der Koalas geschützt werden soll.

Quelle: ntv.de, tar