Panorama

Bis zu 30 Grad im Süden Es wird wieder wärmer - und schwüler

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Blitze am Schiffsanleger Petriförder und über der Jerusalembrücke in Magdeburg.

(Foto: imago images / Christian Schroedter)

Regen und sinkende Temperaturen: Der Sommer ist gerade nicht sonderlich gemütlich. Doch bleibt es auch so? Wie es weitergeht und wo Deutschland am meisten wieder auf sommerliche Temperaturen hoffen kann, erklärt n-tv Meteorologe Björn Alexander.

n-tv.de: Wir scheinen auf dem Tiefpunkt des Sommers angekommen zu sein. Und ausgerechnet jetzt steht eine Weichenstellung für die kommenden Wochen an. Denn der sogenannte Siebenschläfer-Zeitraum geht zu Ende. Was heißt das?

Björn Alexander: Grundsätzlich gilt beim Wetter für Ende Juni bis ins erste Julidrittel hinein: Wenn sich eine stabile Wetterlage einstellt, dann besteht eine erhöhte Wahrscheinlichkeit, dass sich diese über einen längeren Zeitraum halten kann. Umgekehrt hat auch eine instabile Großwetterlage in dieser Zeit eine recht große Neigung, erhalten zu bleiben. Und gerade solche Umstellungen, wie wir sie zuletzt erlebt haben, sind eigentlich sogar absolut typisch.

Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass sich die Wetterlage hält?

Im Süden Deutschlands liegt sie bei etwa 70 Prozent oder etwas mehr, also schon ziemlich hoch. Und auch im Norden immerhin bei um die 50 bis 60 Prozent.

Welche Umstellung war "typisch"?

Ein schöner und warmer Juni und anschließend eine deutliche Umstellung der Wetterlage gegen Ende Juni/Anfang Juli, die in dieser Zeit eben auch nachhaltig sein könnte.

Björn Alexander

Björn Alexander

Worauf müssen wir uns denn im Sommer 2019 nun einstellen: Bibbern oder vielleicht doch noch Badewetter?

Die ganz kalte Meeresluft, die uns zum Wochenstart um die Nase geweht ist und die schließlich auch im Süden Deutschlands die letzten Reste der Hochsommerluft über die Alpen hinweggedrückt hat, wird schon bald von wärmerer Luft abgedrängt. Somit bringt die zweite Wochenhälfte spürbar höhere Temperaturen. Allerdings ist die Großwetterlage eher instabil, insofern dürfte der Juli uns vorerst einmal einen ganz normalen mitteleuropäischen Sommer bringen.

Wie ist denn die Situation in nächster Zeit?

Momentan sieht es so aus, dass das Azorenhoch mit seinem Zentrum bei den Azoren verbleibt und uns höchstens vorübergehend Ableger schicken wird. Damit sind zwischenzeitliche Schönwetterphasen immer möglich. Allerdings im Wechsel mit Tiefdruckgebieten, die für wechselhafte Abschnitte sorgen.

Was lässt sich über die Temperaturen sagen?

Bei solchen Lagen bekommen der Süden und der Südosten tendenziell häufiger Luft aus südlichen Breiten, so dass dort am ehesten Werte um die 25 bis 30 Grad möglich sind. Nach Norden hin hat es die mediterrane Wärme schwerer und meistens ist bei Höchstwerten von um die 20 bis 25 Grad Schluss. Dementsprechend überwiegt oft das klassische Süd-Nord-Gefälle.

Gibt es denn überhaupt noch Chancen, dass es im Norden wieder hochsommerlich wird?

In nächster Zeit wird das - bis auf kurzzeitige Warmluftvorstöße - schwierig. Jedoch hat der Hochsommer gerade erst begonnen und schließlich kommt ja auch noch der August mit den Hundstagen, also der normalerweise heißesten Zeit des Jahres.

Was hat die heißeste Zeit des Jahres mit Hunden zu tun?

Ursprünglich - das heißt in diesem Fall zu Zeiten der griechischen Antike - war damit der Aufgang des Sternbildes "Großer Hund" gegen Ende Juli gemeint. Im Laufe der Jahrtausende hat sich dieser Aufgang dann zwar um etwa vier Wochen nach hinten verschoben. Der Begriff "Hundstage" hat sich aber für den Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August gehalten. Meteorologisch gesehen bringt beziehungsweise brachte diese Zeit oft den Höhepunkt des Hochsommers.

Wir müssen den Sommer 2019 also noch nicht abschreiben. Und außerdem ist der eine oder andere Schauer gar nicht so schlecht, oder?

Ganz bestimmt nicht. Zwar ist flächendeckender Landregen nicht in Sicht. Aber zumindest werden ab Donnerstag vermehrt Schauer und Gewitter auftreten, die die größte Trockenheit im Oberboden sicherlich da und dort lindern können.

Wer bekommt am meisten ab und wo bleibt es am trockensten?

Da sind sich die verschiedenen Wettermodelle nach wie vor etwas uneins. Insgesamt bekommen die Regionen nordöstlich und östlich der Elbe am wenigsten Niederschlagssignale. Ansonsten können bis zum Ende der Woche aber durchaus mal 20 bis knapp 60 Liter Regen pro Quadratmeter zusammenkommen. An den Alpen zum Teil bis an die 100 Liter auf jeden Quadratmeter.

Wie wird das Wetter bis dahin?

Zunächst einmal stabilisiert sich unser Wetter, so dass es am Mittwoch besonders im Süden und Westen meist freundlich oder sonnig wird und die Temperaturen auf 17 bis 25 Grad ansteigen. Wolkiger oder wechselhaft geht es dann nur im Nordosten weiter.

Und am Donnerstag?

Legen die Temperaturen nochmals zu und bringen es im Bergland auf um die 20, ansonsten auf 22 bis 26 Grad. Jedoch wird es hierbei allmählich schwül, so dass von Westen her die Schauer- und Gewittertätigkeit ebenfalls zulegt. Länger sonnig zeigen sich die Regionen jenseits der Elbe.

Wie sieht der Freitag aus?

Mal abgesehen vom Nordosten sind zum Teil kräftige und gewittrige Regengüsse mit Starkregen drin, stellenweise sogar mit Unwettergefahr. Die Höchstwerte erreichen zwischen 18 und 25 Grad. Wobei die Temperaturen sowohl am Freitag als auch am Samstag nicht dem eingangs beschriebenen Süd-Nord-Gefälle folgen.

Warum?

Weil die wärmere Luft vor den Gewittern bis nach Norden geschoben wird, während im Süden die Schauer bereits für eine Abkühlung sorgen.

Welche Aussichten hat das Wochenende sonst so im Programm?

Am Samstag bekommt der Norden wieder mehr Sonne. Von der Mitte südwärts sind derweil weitere, teilweise kräftige Gewitter unterwegs. Am Sonntag ziehen sich die Schauer sowie Blitz und Donner weiter in den Süden zurück und demzufolge wird es im übrigen Land freundlicher und trocken. Die Temperaturen bringen es dabei meist auf 17 bis 25, im Südwesten auf bis zu 27 Grad.

Quelle: n-tv.de

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