Panorama

Pflege statt Flieger Flugbegleiterinnen helfen in der Klinik

Es ist eine Win-Win-Situation: 54 Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter wechseln aus der Kurzarbeit in den Pflegedienst der Berliner Charité. Die Klinik erhält dringend benötigtes Personal. Und die Beschäftigten einen sinnvollen Job.

Auf den ersten Blick unterscheidet sich die neue Arbeit von Eflan Gül Kilic nicht von ihrer alten: Mit einem Lächeln serviert sie Mahlzeiten und Getränke. Der Unterschied: Sie hat es nicht mehr mit Fluggästen zu tun, sondern mit Patientinnen und Patienten. Eigentlich ist Kilic Flugbegleiterin. Seit drei Monaten arbeiten sie und 53 Kolleginnen und Kollegen aber nicht mehr in Flugzeugen, sondern in einem Berliner Krankenhaus, der Charité.

Als die Anfrage über ihren Arbeitgeber kam, habe sie sich in Kurzarbeit befunden, erzählt Kilic. "Ich bin letztes Jahr fünf Monate am Stück gar nicht geflogen, hab gar nicht gearbeitet", erzählt sie. "Dann sitzt man natürlich zu Hause und weiß nicht, wie es weitergeht." Über den Anstoß, in der Charité zu helfen, habe sie sich sehr gefreut.

Probleme habe es anfangs nur bei der Verwendung von Fachbegriffen gegeben, sagt Daniela Koch aus der pflegerischen Leitung der Inneren Medizin, denn weder im Flugzeug noch im Krankenhaus geht es lediglich um Essen und Trinken. "Wenn die Kollegen sagen: 'Ich brauch mal eine Schlitzkompresse', da steht der Laie erstmal da und fragt: 'Was ist denn das jetzt?'"

Angestoßen wurde die Initiative von der Charité. Die Fluggesellschaften hätten ganz offen reagiert, sagt Carla Eysel, die im Vorstand der Klinik für Personal und Pflege zuständig ist. "Wir haben natürlich einen ganz hohen Bedarf auf der Intensivstation. Da haben wir aus allen Stationen die Intensivfachpflegekräfte abgezogen und haben die gebeten, uns dort zu unterstützen." Die Flugbegleiterinnen hätten die Pflegekräfte "freigespielt", so Carla Eysel. Für die Charité und für die Flugbegleiterinnen sei dies eine Win-Win-Situation.

Eflan Gül Kilic arbeitet mittlerweile selbst auf der Intensivstation. Das sei eine komplett neue Welt gewesen, sagt sie - aber so spannend, dass sie sich jetzt vorstellen könne, die Ausbildung zur Pflegefachfrau zu machen. Ihre neue Arbeit empfindet die junge Frau als erfüllend. Zudem gebe es durchaus Überschneidungen zwischen ihrem alten und ihrem neuen Job - in beiden stehe der Mensch im Vordergrund.

Quelle: ntv.de, hvo

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