Panorama

Nach Rückkehr aus RisikogebietenLauterbach schlägt Urlauber-Quarantäne vor

27.06.2021, 18:40 Uhr
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Im ersten Corona-Sommer haben Reiserückkehrer eine wuchtige dritte Welle losgetreten. Diesmal soll das nicht passieren: Der SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach fordert zwei Tests und eine Fünf-Tage-Quarantäne für alle Touristen aus Risikogebieten. Auch aus Bayern heißt es, dass mit laxen Checks Schluss ist.

Um das Risiko durch Corona in der Urlaubs- und Reisezeit gering zu halten, spricht sich SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach für Kontrollen von Test- und Impfnachweisen an Bahnhöfen aus. Im Interview mit RTL/ntv erklärt er: "Wenn die ersten Stichproben ergeben, dass es so nicht funktioniert, dann müsste man tatsächlich mit Grenzkontrollen arbeiten."

Außerdem fordert der SPD-Politiker eine verschärfte Testpflicht. Wer aus dem Urlaub zurückkehrt, soll sich vor Rückreise testen und dann nochmal fünf Tage nach Einreise. Und Lauterbach geht noch weiter: "Es wäre eine kluge Regelung, wenn man in den fünf Tagen dazwischen für diejenigen, die aus Risikogebieten kommen, sogar Quarantäne vorsehen würde."

Nur so könne der Reiseverkehr auch aus Nicht-EU-Staaten relativ sicher geregelt werden. "Das ist der Preis für den Urlaub: Wenn ich in ein Risikogebiet reise, dann muss ich auch damit rechnen, dass ich danach noch ein paar Tage in Quarantäne bin, bis sichergestellt ist, dass ich mich nicht infiziert habe."

Strenge Kontrollen an Flughäfen angekündigt

Trotz der Ausbreitung der Delta-Variante in Portugal und Großbritannien sieht Lauterbach aber keine größere Gefahr für den Sommerurlaub. Für den Herbst dagegen prognostiziert Lauterbach eine vierte Welle. Die Frage sei nur, wie groß die werde. Mehrere Faktoren kommen laut Lauterbach zusammen: Im Herbst seien die Menschen wieder mehr drinnen, die ansteckendere Delta-Variante werde auch in Deutschland den größten Anteil der Infektionen ausmachen. Das sei dann vor allem für diejenigen ein Problem, die noch nicht vollständig geimpft seien - also vor allem die Kinder. Daher plädiere er dafür, auch den Kindern ein Impfangebot zu machen.

Auch Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig forderte in der "Rheinischen Post" ein doppeltes Testverfahren für Rückkehrer aus Risikogebieten. Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek kündigte Reiserückkehrern ebenfalls strenge Kontrollen ihrer Impfausweise und Negativtests an. "Im Gegensatz zum letzten Sommer sind in ganz Deutschland flächendeckende Testsysteme aufgebaut", betonte der CSU-Politiker, der gleichzeitig Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ist, in der "Bild am Sonntag".

Entscheidend sei, "dass vor Einreise getestet wird und die Testnachweise an den Grenzübergängen und den Flughäfen nicht nur stichprobenartig kontrolliert werden", sagte Holetschek der Zeitung. Bayern sei mit dem Bund in enger Abstimmung, um engmaschige Kontrollen während der Reisezeit sicherzustellen.

Quelle: ntv.de, mau