Politik

Strenge Checks am Flughafen Hunderte Deutsche verlassen Portugal

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Gut gefüllt: Strand in der Nähe von Lissabon.

(Foto: imago images/NurPhoto)

Im zweiten Corona-Sommer sollen Fehler des ersten nicht wiederholt werden. Der bayerische Gesundheitsminister kündigt an, dass Portugal-Rückkehrer am Flughafen diesmal nicht nur stichprobenartig kontrolliert würden. Derweil brechen Hunderte Deutsche ihren Urlaub ab, um der Quarantäne zu entgehen.

Deutsche Reiserückkehrer müssen sich nach den Worten von Bayerns Gesundheitsminister Klaus Holetschek wegen der Delta-Variante auf strenge Kontrollen ihrer Impfausweise und Negativtests einstellen. "Im Gegensatz zum letzten Sommer sind in ganz Deutschland flächendeckende Testsysteme aufgebaut", betonte der CSU-Politiker, der gleichzeitig Vorsitzender der Gesundheitsministerkonferenz ist, in der "Bild am Sonntag".

Entscheidend sei, "dass vor Einreise getestet wird und die Testnachweise an den Grenzübergängen und den Flughäfen nicht nur stichprobenartig kontrolliert werden", sagte Holetschek der Zeitung. Bayern sei mit dem Bund in enger Abstimmung, um engmaschige Kontrollen während der Reisezeit sicherzustellen.

Reiseanbieter holt Urlauber zurück

Derweil brachen Hunderte Deutsche ihren Portugal-Urlaub vorzeitig ab, um das neue Virusvariantengebiet so schnell wie möglich zu verlassen. Rund 270 Touristen hätten das Angebot angenommen, am Sonntag in den Flieger Richtung Heimat zu steigen, sagte Pascal Zahn vom deutschen Reiseanbieter Olimar in Köln. Gut 50 seien bereits am Samstag zurückgeflogen, weitere rund 20 wollten das am Montag tun, bevor um Mitternacht die neue Einstufung des Robert Koch-Instituts (RKI) in Kraft tritt.

Wer ab Dienstag aus Portugal kommend in Deutschland einreist, muss sich strengen Quarantäneregeln unterziehen. Nach Aufenthalt in Virusvariantengebieten sind dann auch Menschen mit Genesenen- oder Impfnachweis zu einer vierzehntägigen Quarantäne verpflichtet. Diese kann auch nicht vorzeitig beendet werden. Olimar, das auf Portugal spezialisiert ist, habe seinen Gästen gleich nach der am Freitag veröffentlichten Mitteilung des RKI eine rechtzeitige Rückkehr bis Montagabend angeboten, hieß es.

Schwesig und Lauterbach für Zweifach-Testung

Mecklenburg-Vorpommerns Ministerpräsidentin Manuela Schwesig und Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, beide SPD, sprachen sich in der "Rheinischen Post" für eine doppelte Testpflicht für Reiserückkehrer aus. Schwesig sagte, internationale Reisen dürften "nicht dazu führen, dass sich wieder mehr Menschen infizieren und das Virus nach Hause tragen". Deshalb sei es wichtig, "dass für alle Rückkehrer aus Risikogebieten gilt, dass sie zwei Tests machen", forderte sie. Die Tests sollten dabei zu Beginn der Rückkehr und nach fünf Tagen Quarantäne gemacht werden.

Lauterbach plädierte wegen der angespannten Corona-Lage in Großbritannien außerdem für schärfere Einreisebeschränkungen für Briten in die Europäische Union. Es sei "komplett unverständlich, warum es keine harten EU-weiten Einreisebeschränkungen für Reisende aus Großbritannien gibt", sagte Lauterbach der "Bild"-Zeitung. Großbritannien ist von Deutschland bereits seit Mai als Virusvariantengebiet eingestuft.

Quelle: ntv.de, mau/AFP/dpa

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