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SMS mit Sex-Partnerin Madsen fantasierte über Foltertötung

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Madsen bestreitet den Mord.

imago/ritzau

Die Mordanklage gegen den dänischen U-Boot-Erfinder Madsen steht. Nun belasten ihn Aussagen einer früheren Freundin. Ihr hatte er Fantasien geschrieben, die eine erschreckende Übereinstimmung mit dem späteren Tod der Journalistin Kim Wall aufweisen.

Demnächst wird dem dänischen Erfinder Peter Madsen der Prozess wegen des Mordes an der Journalistin Kim Wall gemacht. Madsen hatte zuletzt zugegeben, den Körper der schwedischen Reporterin zerstückelt und über Bord geworfen zu haben. Er bestreitet aber weiterhin einen Mord.

Eine frühere Freundin und Sexpartnerin Madsens berichtete nun dem US-Magazin "Wired", Madsen habe ihr über eine sexuelle Fantasie geschrieben, die er möglicherweise bei der Tat umgesetzt haben könnte. Der Austausch habe einige Tage vor dem Tod der Journalistin über Handynachrichten stattgefunden, berichtete die Frau.

Zunächst habe das Gespräch als "zwangloser sexueller Austausch" begonnen. "Er sagt, er hat einen Mordplan im U-Boot und ich sage ihm, dass ich keine Angst habe, du musst bedrohlicher sein", übersetzte die Frau Madsens dänische Nachrichten für die US-Reporterin direkt aus ihrem Handy. Daraufhin zählte Madsen die Werkzeuge auf, die er benutzen wolle. Auch dies nannte die Frau nicht bedrohlich genug.

Doch dann habe sich das Szenario verdunkelt und Madsen fantasierte davon, eine Freundin ins U-Boot einzuladen, wo dann plötzlich die Stimmung umschlagen würde. Er würde beginnen, sie mit einem Messer zu verletzen. Inzwischen liegen diese Texte, über die sich die Empfängerin damals keine Sorgen machte, bei der Polizei.

Die Anklage wirft Madsen vor, er habe Wall "nach vorheriger Planung und Vorbereitung" ermordet. Der 47 Jahre alte Däne habe die schwedische Journalistin missbraucht, gefoltert und schließlich getötet. Der Erfinder hatte demnach eine Säge, ein Messer, spitze Schraubendreher, Gurte, Kabelbinder und Rohre an Bord seines U-Boots gebracht. Walls Leiche wurde später zerstückelt und mit mehreren Messerstichen im Unterleib im Meer gefunden. Die Staatsanwaltschaft verlangt lebenslange Haft oder Sicherungsverwahrung. Madsen selbst spricht von einem Unfall.

Quelle: n-tv.de, sba

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