Panorama

Nochmals knapp 30 Grad Mini-Sommer mit kurzem Haltbarkeitsdatum

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(Foto: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild)

Das Problem des diesjährigen Sommers war das Fehlen stabiler Hochs. Meteorologen machen bereits in wenigen Tagen einen Strich unter die Jahreszeit: Für sie beginnt der Herbst. Doch große Änderungen sind nicht in Sicht, wie ntv-Meteorologe Björn Alexander sagt. Ein etwaiger Spätsommer wird es schwer haben.

In diesen Tagen gibt es wohl mehr Novemberblues als Summertime in unserer Wetterküche. Bleibt das auch am Wochenende so?

Glücklicherweise gibt es jetzt erst einmal einen kleinen Aufwärtstrend zum Minisommer. Das gilt insbesondere zum Start ins Wochenende. Dann kratzt der Süden an der Hitzemarke von 30 Grad. Und auch im Norden ist das Feeling mal etwas sommerlicher. Allerdings ist das Haltbarkeitsdatum des Sommerintermezzos sehr übersichtlich. Denn von Westen rückt bereits am Sonntag das nächste Tief mit kühlerer Luft heran.

Der Sommer geht ja für die Meteorologen mit dem August bereits zu Ende. War es das dann mit dem Traum von lauen Abenden und sonnig-warmen Tagen?

Für den Traum vom Hochsommer ist es dann definitiv vorbei. Denn auch die sogenannten Hundstage, also die eigentlich heißeste Zeit des Jahres endet am 23. August. Die Hoffnung ruht somit auf dem Spätsommer. Und selbst der hat es in der nächsten Woche alles andere als leicht.

Wie kalt wird es denn?

Bis Mitte nächster Woche erreichen die Temperaturen - ähnlich wie in den vergangenen Tagen auch - kaum noch 25 Grad. Und selbst der anschließende Aufwärtstrend, den manche Wettercomputer sehen, ist ein zartes Pflänzchen. Zumal die langfristigen Wetterberechnungen, wie beispielsweise die experimentellen Monats- und Jahreszeitenprognosen des Amerikanischen Wetterdienstes NOAA, für die Herbstmonate ebenfalls eher durchschnittliche Zeiten auf uns zukommen sehen.

Björn Alexander

ntv-Meteorologe Björn Alexander macht bereits einen Haken unter den Sommer 2021.

Der Sommer 2021 ließ uns ja hierzulande oft im Stich, dafür war es in Südeuropa brütend heiß. Macht sich diese Hitze nicht auch bei unserem Wetter irgendwann einmal bemerkbar?

Momentan sind große Teile des Mittelmeeres deutlich wärmer als normalerweise. Das ist natürlich den häufigen Ausbrüchen der Saharaluft in die Mittelmeerregionen geschuldet. Und dieser Wärmeüberschuss könnte sich im Herbst tatsächlich auswirken.

Was ist die Folge des überheizten Mittelmeeres?

Einerseits ist es grundsätzlich eine ungünstige Ausgangslage für mögliche Unwetter am Mittelmeer. Wenn nämlich im Herbst Tiefdruckgebiete mit kalter Luft bis runter ans Mittelmeer gelangen, dann bedeuten wärmere Wassertemperaturen auch mehr Energie für Unwetter. Außerdem sind die Temperaturunterschiede zwischen der kalten Luft in der Höhe und der wärmeren Wassermasse unten größer. Ebenfalls ein Motor für intensivere Wettereignisse.

Hat das auch Auswirkungen auf das Wetter bei uns?

Es könnte - zumindest bei bestimmten Wetterlagen. Wenn beispielsweise feuchte Luft vom Mittelmeer angezapft wird, dann ist diese Luft energiegeladener und ebenfalls unwetterträchtiger. Aber ganz klar: Dafür müsste es erst einmal die passende Wetterlage geben.

Wie sieht denn die Wetterlage zum Wochenende aus?

Im Süden und in der Mitte sind oft acht bis elf Sonnenstunden drin. Richtung Norden sind die Wolken zahlreicher. Es bleibt aber auch dort trocken bei 19 Grad an der Ostsee und bis knapp 30 Grad am Oberrhein.

Und am Sonntag?

Geht es im Norden und Osten noch länger trocken und freundlich weiter, während sich im übrigen Land rasch Wolken mit teils kräftigen Gewittern ausbreiten. Stellenweise drohen leider erneut Unwetter durch Starkregen, Hagel und Sturmböen. Dazu bringen es die Temperaturen auf zum Teil schwülwarme 20 bis 27 Grad.

Mit welchen Wetteraussichten beginnt die nächste Woche?

Am Montag besonders im Osten noch heftige Gewitter. Sonst ist es wechselhaft mit weiteren Schauern, die im Süden ebenfalls von Blitz und Donner begleitet sein können. Die Temperaturen erreichen maximal noch 18 bis 23 Grad.

Wie geht es am Dienstag und Mittwoch weiter?

Der Süden zeigt sich nach wie vor unbeständig mit teilweise gewittrigen Regengüssen. Im großen Rest sieht es derweil mit einem Sonne-Wolken-Mix aber gar nicht so schlecht es. Einzig an den Temperaturen hapert es mit 19 bis 24 Grad. Bevorzugt im Norden weht ein mitunter lebhafter und eher herbstlich anmutender Wind.

Was macht der Wettertrend im Anschluss?

Wenn es gut läuft, dann bleibt es überwiegend trocken und zeitweise sonnig. Die Temperaturen haben es aber weiterhin schwer und bleiben wahrscheinlich ähnlich verhalten. Mit Glück entwickelt sich zum letzten August-Wochenende ein leichter Aufwärtstrend. Allerdings sind die Prognosen noch ziemlich wackelig. Denn das grundsätzliche Problem des Sommers 2021 bleibt auch an seinem Ende bestehen: Ein stabiles Hoch scheint sich nicht etablieren zu wollen.

Quelle: ntv.de

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