Panorama

Zweite Reformation? Papst gibt erstmals Frau Führungsposition

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Papst Franziskus hat den Ruf, besonders liberal zu sein.

(Foto: picture alliance/dpa)

Zum allerersten Mal besetzt eine Frau eine Führungsposition in dem wichtigsten Dikasterium der Kurie. Verantwortlich dafür ist kein Geringerer als Papst Franziskus. Kritiker sprechen schon von "Protestantisierung".

Papst Franziskus hat eine Frau in die männerdominierte Regierung des Vatikans berufen. Die Juristin Francesca Di Giovanni wird Untersekretärin im Staatssekretariat, teilte der Kirchenstaat mit. Es ist das erste Mal, dass ein Führungsposten in dem wichtigsten Dikasterium der Kurie mit einer Frau besetzt wird.

Franziskus plädiert immer wieder für mehr Frauen in Führungspositionen in der katholischen Kirche. Die römische Kurie wird aber in allen Spitzenämtern immer noch von Männern geführt. Das Staatssekretariat ist für die diplomatischen Beziehungen und die Politik des Vatikans zuständig.

Die Leitung hat Kardinal Pietro Parolin. Die 67 Jahre alte Italienerin soll die "multilateralen Beziehungen" koordinieren - dabei geht es um die Außenpolitik des Vatikans. Di Giovanni wurde in Palermo geboren und arbeitet seit 27 Jahren im Staatssekretariat.

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Sie sei von ihrer Ernennung komplett überrascht worden, sagte sie dem vatikanischen Medienportal Vaticannews. "Der Heilige Vater hat sicherlich eine innovative Entscheidung getroffen, die ein Zeichen der Aufmerksamkeit gegenüber Frauen ist. Aber die Verantwortung hängt mehr mit der Aufgabe zusammen als mit dem Fakt, eine Frau zu sein."

In anderen Vatikan-Ämtern gibt es auch Frauen-allerdings nur in der Rolle als Untersekretärinnen, zum Beispiel im Dikasterium für Laien, Familie und Leben oder in der Kongregation für das geweihte Leben.

Laut der US-Nachrichtenagentur AP stehen viele nordamerikanische Bischöfe dem Papst kritisch entgegen. Sie fragen sich, ob der Papst überhaupt Katholik sei und beklagen eine sogenannte "Protestantisierung" der Kirche.

Quelle: ntv.de, can/dpa