Panorama

Altes Heiligtum in Trümmern Truckfahrer zerstört Statue auf Osterinsel

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Etwa 1000 Statuen finden sich auf Rapa Nui - seit Sonntag gibt es eine weniger.

(Foto: picture alliance/dpa)

Die Fels-Statuen auf der Osterinsel sind für deren Bewohner heilig - sie tragen den Geist berühmter Vorfahren in sich, so der Glaube. Dementsprechend groß ist das Entsetzen, als eine der Statuen von einem Pickup-Truck zerstört wird. Der Bürgermeister fordert Konsequenzen.

Ein auf der Osterinsel lebender Chilene hat die Wut der Inselbewohner auf sich gezogen: Er zerstörte mit seinem Pickup-Truck eine der großen Moai-Statuen, für die die Osterinsel - Einheimische nennen ihr Eiland Rapa Nui - berühmt ist. Die Einheimischen glauben, dass die Felsköpfe den Geist von berühmten Vorfahren in sich tragen und sehen sie als eine Art Wiedergeburt ihrer Ahnen. 

Laut der chilenischen Zeitung "El Mercurio de Valparaiso" fuhr der Mann am Sonntag mit seinem Pickup-Truck in eine der rund 1000 berühmten Statuen auf Rapa Nui und verursachte einen "unermesslichen" Schaden. Auch die Plattform, auf dem die Statue stand, wurde demnach zerstört. Auf Bildern des britischen "Guardian" ist zu sehen, dass unter dem Fahrzeug nur noch Gesteinsbrocken hervorragen. Der Fahrer des Wagens wurde demnach festgenommen. Er wurde laut "El Mercurio" wegen der Zerstörung eines nationalen Monuments angeklagt.

"Wie man weiß, sind die Moai ein Heiligtum, das einen großen religiösen Wert für die Bewohner von Rapa Nui hat", sagte Camilo Rapu, der Präsident der Ma'u Henua Gemeinschaft, die sich um die Statuen kümmert. "Ein Vorfall wie dieser ist nicht nur schrecklich, er ist eine Beleidigung einer Kultur, die die letzten Jahre darum gekämpft hat, ihr historisches und archäologisches Erbe wiederherzustellen." Er vermutet, dass der Autofahrer absichtlich in die Statue gefahren sein könnte.

Der Bürgermeister der Osterinsel, Pedro Edmunds Paoa dagegen sagte "El Mercurio", es sehe so aus, als sei der Zusammenstoß das Ergebnis eines Bremsversagens. Er forderte wie bereits zuvor stärkere Restriktionen für Autos auf der Insel, deren Bevölkerung in wenigen Jahren von 8000 auf 12.000 Bewohner anwuchs. Hinzu kommen jeden Monat 12.000 Touristen. "Man hat nicht auf uns gehört und das ist das Ergebnis", so der Bürgermeister.

Die Osterinsel liegt im Südpazifik und gehört geographisch zu Polynesien, politisch jedoch zu Chile. Seit 1996 ist die Insel als Nationalpark Rapa Nui Teil des Unesco-Weltkulturerbes.

Quelle: ntv.de, ftü

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