Panorama

Rheinpegel steigt um einen Meter Viel Regen zum Frühlings-Advent

d4eab8590da728a889467c047d7889b0.jpg

Neu hinzu kommt in den nächsten Tagen der Regen.

(Foto: dpa)

Der November ist der zehnte zu trockene Monat in Folge. Doch zum Monatswechsel zeichnet sich ein Umschwung ab. Teils ergiebiger Regen füllt Flüsse und Seen. Nach den zuletzt kalten Tagen wird es zudem wieder deutlich milder, wie n-tv Meteorologe Alexander erklärt. Und dann stellt sich zunehmend die Frage: Gibt's weiße Weihnacht?

Was sagen die Wetterdaten für das erste Adventswochenende: Glühwein und Punsch bei kalten Temperaturen oder doch eher lauwarme Werte?

Wohl eher Variante 2. Denn nachdem die letzten Reste der Kaltluft am Freitag auch im äußersten Osten abgedrängt werden, setzen die Tiefdruckgebiete von Westen her anschließend ein dickes Ausrufezeichen und versorgen uns mit fast schon frühlingshaft milder Luft, die allerdings reichlich Regen im Gepäck hat.

Das klingt ja nicht besonders verheißungsvoll.

Ist es auch nicht. Aber auf der anderen Seite brauchen wir und vor allem unsere Flüsse und Seen und unsere tiefgründig trockenen Böden endlich mal wieder Wasser. Und jetzt mehren sich definitiv die Anzeichen dafür, dass sich endlich mal eine erste Entspannung an der Trockenfront durchsetzen könnte.

Wie viel Regen wird denn fallen?

Vom Wochenende bis in die nächste Woche hinein bringt uns die in den vergangenen  Monaten fast schon totgesagte Südwest- bis Westströmung schrittweise immer wieder ergiebigen Regen. So werden bis Ende der kommenden Woche im Westen und Südwesten bis herüber an den Alpenrand und im Bereich der Mittelgebirge sowie am Bayrischen Wald flächendeckend rund 50 Liter pro Quadratmeter gerechnet. In den Staulagen sogar mehr als 100 Liter. Sollten diese Niederschläge auch tatsächlich so fallen, dann wäre ein deutlicher und nachhaltiger Anstieg des Rheins oder der Mosel zu erwarten.

In welcher Größenordnung steigen die Pegel?

Wenn wir mal von Köln ausgehen, dann dürfte es von derzeit 75 Zentimeter auf einen Pegelstand von um die 2 Meter rauf gehen.

Meteorologisch gesehen beginnt jetzt aber schon der Winter, oder?

Genau. Allerdings ist es dem Wetter ja ziemlich egal, dass am 1. Dezember meteorologischer Winterbeginn ist. Es handelt sich ja erst einmal nur um die Statistik, die somit jetzt den Herbst abschließen kann.

Was lässt sich denn Außergewöhnliches über den November 2018 und den Herbst sagen?

Mit dem November endet jetzt der achte, deutlich zu warme Monat in Folge. Gleichzeitig ist es seit Januar der zehnte Monat in Folge, der zu trocken oder deutlich zu trocken ausfiel. Und dementsprechend war der November - wie fast alle Monate in diesem Jahr - überdurchschnittlich sonnig. In Zahlen ausgedrückt: knapp 1,5 Grad wärmer als der langjährige Durchschnitt bei einer Sonnenausbeuten von fast 140 Prozent. Beim Regen ist hingegen nur rund  ein Drittel der ansonsten üblichen Niederschlagsmenge zusammen gekommen. Kaum verwunderlich ist somit, dass der Herbst 2018 ebenfalls zu warm, überdurchschnittlich sonnig und viel zu trocken in die Klimageschichte eingeht. 

Lässt sich anhand der aktuellen Entwicklung eigentlich schon etwas über die "Weiße Weihnacht" sagen?

Dafür ist es definitiv noch zu früh. Es gibt allerdings ein paar Punkte, die sich benennen lassen. Zum einen: Es gab Jahre, in denen die Wahrscheinlichkeit für Schnee zum Fest bereits Anfang Dezember aussichtslos gering war. Das ist in diesem Jahr nicht so. Denn die Wetterentwicklung ab dem Ende der nächsten Woche ist absolut offen. Von Winterfeeling bis mild und nass ist quasi alles möglich. Zum anderen: Natürlich kann man angesichts der historischen Daten eine statistische Wahrscheinlichkeit herleiten.

Was heißt das genau?

Im Prinzip schaut man bei den Wetterdaten, wie oft es in den vergangenen Jahrzehnten für Schnee zu Weihnachten gereicht hat. Das war in den tiefen Lagen im Westen am seltensten der Fall. Ein Ereignis, das hier nur in etwa alle 10 Jahre oder seltener auftritt. Somit reicht die Wahrscheinlichkeit von 5 bis 10 Prozent im Westen über 10 bis 20 Prozent weiter östlich bis herauf auf die Mittelgebirge. Dort sind Sie je nach Höhenlage mit 20 bis 60 Prozent im Rennen. Wer sicherer Schnee zum Fest haben möchte, der muss aufbrechen ins Hochgebirge, also in die Lagen oberhalb von 1500 bis 2000 Meter. 

Von der ferneren Zukunft zurück zum kommenden Wochenende: Was erwartet uns im Detail?

Am Samstag kommt - nach einer vorübergehenden Wetterberuhigung - nachmittags und abends in der Nordwesthälfte bereits der nächste Tiefausläufer mit Regen und einem auffrischenden Südwind an. Ansonsten ist es mehrheitlich trocken und abseits von Nebel oder Hochnebel scheint besonders im Süden länger die Sonne. Bei den Temperaturen gilt: auch im Osten ist die kalte Luft weg bei 4 Grad auf den östlichen Mittelgebirgen und bis zu 11 Grad am Oberrhein.

Wie geht es am Sonntag weiter?

Windig, teils sogar stürmisch mit schweren Sturmböen auf den Mittelgebirgen und Sturmböen an der See. Außerdem ist es ziemlich nass mit zum Teil kräftigem Regen - besonders im Westen. Die besten Chancen auf ein paar freundliche Abschnitte mit weniger Regen bestehen in Sachsen und Brandenburg. Dabei klopft schon mal die Warmluft aus dem Seegebiet rund um die Azoren an, so dass es verbreitet zwischen 7 und 14 Grad werden.

Und in der neuen Woche?

Geht das mitunter regnerische, windig und sehr milde Wetter zuerst einmal weiter. Die Temperaturen steigen nämlich und bringen es am Montag auf Werte zwischen 8 Grad im Nordosten und bis zu 16 Grad am Oberrhein. Am Dienstag und Mittwoch bleibt es weiterhin deutlich zu warm, bevor es ab der Wochenmitte etwas kühler werden könnte. Ein richtiges Wintercomeback bleibt dabei zunächst einmal sehr unwahrscheinlich. Erst zum Ende der nächsten Woche werden die Karten neu gemischt.

Quelle: n-tv.de

Mehr zum Thema