Politik

Aufklärungsdrohne ist ein Flop EuroHawk wird nicht zugelassen

Sie gilt als ambitioniertes Rüstungsprojekt - die Aufklärungsdrohne EuroHawk. Doch obwohl bereits über eine Millarde Euro investiert wurden, wird das Projekt wohl nicht realisiert. Der Grund sind Bedenken, die von Anfang an vorhanden waren, aber nicht gehört wurden.

Die Aufklärungsdrohne EuroHawk wird einem Medienbericht zufolge nicht zugelassen. Damit habe das Verteidigungsministerium Investitionen von 1,3 Milliarden Euro in den Sand gesetzt, berichtete die "Frankfurter Allgemeine Zeitung".

Das unbemannte Fluggerät wurde vom US-Rüstungskonzern Northrop Grumman entwickelt. Der europäische Luft- und Raumfahrtkonzern EADS sollte für das Prestige-Projekt die Aufklärungstechnik liefern. Das Verteidigungsministerium ziehe womöglich noch in dieser Woche die Notbremse und beende das Milliardenprodukt, meldete das Blatt. Millionenbeträge waren auch in den Umbau des Luftwaffenstandorts Jagel geflossen, an dem die fünf Euro Hawk vom Jahr 2014 an stationiert werden sollten.

Die Drohne kann in bis zu 20 Kilometer Höhe ohne Zwischenlandung bis zu 6000 Kilometer zurücklegen. Die deutsche Luftwaffe hat der Zeitung zufolge den Kauf des Flugzeugs mit großem Nachdruck betrieben, obwohl es nach Angaben von Fachleuten frühzeitig Hinweise auf mögliche Probleme bei der Zulassung des Flugzeugs gab.

Keine Kollisionswarnung

In verschiedenen Stellungnahmen teilten die Bundesregierung und das Verteidigungsministerium mit, der Betrieb von unbemannten militärischen Flugsystemen werde nicht von zivilen, sondern von militärischen Luftfahrtbehörden genehmigt. Unter Fachleuten, zu denen ranghohe Offiziere der Luftwaffe sowie Mitarbeiter des früheren Bundesamtes für Wehrtechnik und Beschaffung (BWB) – dem heutigen Bundesamt für Ausrüstung, Informationstechnik und Nutzung – zählen, sei in den vergangenen Jahren wiederholt darauf hingewiesen worden, dass eine Zulassung selbst für militärische Sperrgebiete schwierig werden könnte, weil die Vereinigten Staaten die sicherheitsrelevanten Konstruktionspläne der Euro Hawk nicht zur Verfügung stellen wollen.

Bereits vor zehn Jahren sei in einer Präsentation darauf hingewiesen worden, dass der Euro Hawk nicht über ein System verfügt, das automatisch vor einer Kollision im Luftraum warnt und ein autonomes Ausweichmanöver ohne ein Eingreifen von der Bodenstation aus ermöglicht. Ein solches "Sense and Avoid"-System ist für den Betrieb im zivil kontrollierten Luftraum Deutschlands und von 190 weiteren Ländern der Erde, die Mitglieder der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation (ICAO) sind, aber zwingend vorgeschrieben. Auf ihrem Weg in potenzielle Einsatzgebiete hätte die Drohne daher nur Gebiete überfliegen dürfen, in denen diese Bestimmung nicht gilt. Dazu zählen etwa die Ozeane, Alaska oder Grönland.

Quelle: n-tv.de, sba/rts

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