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Land aus Eis: Grönland - Die größte Insel der Welt

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Grönland ist die größte Insel der Welt (wenn man Australien als Kontinent zählt). (Foto: picture-alliance / dpa)

Grönland ist die größte Insel der Welt (wenn man Australien als Kontinent zählt).

Grönland ist die größte Insel der Welt (wenn man Australien als Kontinent zählt).

Sie gehört geografisch zum arktischen Nordamerika ...

... und politisch zu Dänemark, seit 1979 als Autonomes Gebiet. Staatsoberhaupt ist damit Dänemarks Königin Margrethe II. (hier mit ihrem Gemahl Henrik in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands), Währung ist die dänische Krone.

Grönland ist innenpolitisch völlig unabhängig, wird aber in außenpolitischen Angelegenheiten von Dänemark vertreten. (Eisberg vor Kulusuk, Ostgrönland)

In Grönland leben 57.000 Menschen, davon 50.000 Inuit und 7000 Dänen. (Inuit bei der Seehundjagd)

Die ehemalige Kolonie ist seit 1953 gleichberechtigter Teil Dänemarks. Seit 1979 besitzt Grönland bereits den Status der "inneren Autonomie".

Völlige Unabhängigkeit soll Grönland zum 300. Jahrestag der Kolonisation durch Dänemark im Jahr 2021 erlangen. (1721 war in Nuuk das erste dänische Kolonialschiff gelandet.)

Seinen Namen soll Grönland von "Erik dem Roten" haben. Der Seefahrer ...

... musste im Jahr 982 aus Island fliehen, verbrachte drei Jahre Verbannung auf Grönland und gab der Insel den Namen "Grænland" (altnordisch für "Grünland") - wahrscheinlich eher als "Werbemaßnahme", um mehr Siedler anzulocken.

Die dort siedelnden Wikinger wurden daraufhin "Grænlendigar" genannt. (Nachbau eines Wikingerschiffes im Fjord von Narsarsuaq).

Im Dorf Qassiarsuk steht eine Statue des Wikingers und Entdeckers Leif Erikson, dort wo sein Vater "Erik der Rote" um das Jahr 985 die erste Siedlung Grönlands gründete.

Viel Grün gibt es tatsächlich nicht auf Grönland, dafür aber überaus viel Eis.

Das Inlandseis Grönlands ist ein Überbleibsel der letzten Kaltzeit, die vor etwa 11.500 Jahren endete.

Der bis zu 3000 Meter dicke Grönländische Eisschild bewegt sich an den Küsten zum Meer ...

... und lässt oft kilometerlange Eisberge entstehen.

Nur 410.000 der etwa 2,16 Millionen Quadratkilometer Grönlands ...

... sind eisfrei (etwa 19 Prozent). Zum Vergleich: Deutschland ist etwa 357.00 Quadratkilometer groß.

In Grönland zeigt der Klimawandel bereits massive Auswirkungen. Seine Eisdecke schmilzt derzeit schneller als in den Jahren zuvor: Seit 2004 ...

... um mehr als 240 Quadratkilometer pro Jahr.

Würde das Inlandseis Grönlands vollständig schmelzen, ...

... stiege der Wasserstand weltweit um 6 bis 7 Meter! (Narsarsuaq-Gletscher in Südgrönland)

Die Küstenstreifen, in dem alle Städte und Siedlungen liegen, ... (Tasiilaq in Ostgrönland)

... sind eisfrei und haben Tundren-Vegetation.

Auf Grönland wachsen etwa 500 Arten von Samenpflanzen, zudem mehr als 3000 Arten von Moosen, Flechten, Pilzen und Algen. (Friedhof in der südgrönländischen Stadt Narsaq)

Der Pflanzenbewuchs ist generell sehr niedrig, Bäume gibt es so gut wie gar nicht. Nur in besonders geschützten Fjorden wachsen Birken und Weiden. (Baumwollgras in Kulusuk)

Grönland hat eine sehr artenreiche Tierwelt. Bekanntester Vertreter ist sicher der Eisbär. Er ist immer noch eine wichtige Jagdbeute, doch nur Jäger mit Lizenz dürfen ihn erlegen.

Sein Fleisch wird sogar gegessen - Eisbärenfleisch gilt in Grönland als Delikatesse. (Bild: Ein Jäger und Touristenführer mit Besuchern beim Picknick mit Eisbärenfleisch)

Eisbären leben in Grönland hauptsächlich im äußersten Norden und im Nordost-Grönland-Nationalpark, dem größten Nationalpark der Welt.

Der Moschusochse ist nach dem Eisbären der zweitgrößte Landsäuger Grönlands. Geschätzte 4000 Tiere (etwa 40 Prozent der Weltpopulation) gibt es zurzeit dort.

Auch Rentiere kommen vor, zum Teil in großen Herden.

Weit verbreitet sind Polarfuchs und -hase (im Bild), aber nur selten trifft man auf einen Polarwolf.

Die Vogelwelt Grönlands ist sehr vielfältig. Rund 50 Arten gibt es das ganze Jahr über; insgesamt kann man mehr als 200 Arten hier beobachten.

Aber auch im Wasser herrscht Abwechslung. Meeressäuger kommen in vielen Arten vor: Wale wie Mink-, Buckel-, Schwert-, Nar- und Grönlandwal ... (Im Bild: erlegter Narwal)

... oder auch verschiedene Robbenarten wie See-, Bart- und Ringelrobbe. Sowohl Wale als auch Robben werden auf Grönland gejagt. Beides wird international stark kritisiert. (Robbenjäger beim Einholen der Jagdbeute)

Grönland besteht aber auf seinem Recht, Wale im Rahmen des "indigenen Walfangs" töten zu dürfen, um den Bedarf der Bevölkerung nach Walfleisch zu decken. (Walfleisch in einem Geschäft in Ilulissat, Westgrönland)

Auch die Robbenjagd hat hier eine lange Tradition. Es ist ein großes Familien-Ereignis, wenn ein Junge seine erste Robbe erlegt. Von dem Tier wird fast alles verwendet. Das Fleisch gilt als Delikatesse, das Fell wird zu Pelzen verarbeitet, das Leder dient u.a. zur Herstellung von Stiefeln.

Grönland betont immer wieder, dass hier andere Fangmethoden als z.B. in Kanada angewandt würden. Anders als dort würden die Tiere nicht in großem Stil abgeschlachtet, sondern ihnen würde mit Gewehren und Netzen nachgestellt.

Auch der Fischreichtum der grönländischen Gewässer ist die Grundlage für einen wichtigen Wirtschaftszweig des Landes. (Frischer Fang im Hafen von Ilulissat)

Die Fischerei macht immerhin etwa 85 Prozent des gesamten Warenexports Grönlands aus.

Neben Fischerei, Robben-, Walross- und Walfang ist der Tourismus eine der Haupteinnahmequellen Grönlands. (Tourist am Zwillingsgletscher von Narsaq)

Er wird momentan stark ausgebaut. (Air-Greenland-Passagierhubschrauber am Flughafen Narsarsuaq)

Die Natur Grönlands ist nicht für jeden Reisenden etwas, aber ganz sicher etwas Besonderes.

Die gigantische Masse des Inlandeises hinterlässt einen tiefen Eindruck.

Neben den faszinierenden und wunderschönen Eismassen ...

... kann man hier zu bestimmten Zeiten auch die Mitternachtssonne erleben: Im mittleren Teil von Grönland geht die Sonne von Ende Mai bis Ende Juli nicht unter.

In den letzten Jahren steigen die Besucherzahlen. Das wird auf den Klimawandel zurückgeführt: Viele wollen hin, so lange man ...

... die weiße Pracht noch im jetzigen Zustand bewundern kann. (Text: Andrea Beu)

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