Politik

Oberster Fahnder gegen RAF Ex-BKA-Chef Horst Herold ist tot

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Horst Herold war das Gesicht des Antiterrorkampfs.

(Foto: dpa )

Im Kampf gegen die Rote Armee Fraktion war Horst Herold eine Symbolfigur. Jetzt ist der ehemalige BKA-Chef im Alter von 95 Jahren gestorben.

Der frühere Chef des Bundeskriminalamts, Horst Herold, ist tot. Laut der "Süddeutschen Zeitung" starb er nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 95 Jahren. Herold stand von 1971 bis 1981 an der Spitze des BKA. Während dieser Zeit entwickelte er im Kampf gegen den Terrorismus der Roten Armee Fraktion (RAF) in Deutschland die bis heute umstrittene Rasterfahndung und das polizeiliche Suchsystem Inpol. Zudem sind Analysen, die heute "Profiling" genannt werden, auf Herold zurückzuführen.

Herold wurde 1923 in Thüringen geboren. Im Zweiten Weltkrieg geriet er in sowjetische Kriegsgefangenschaft, aus der er jedoch fliehen konnte. Nach dem Studium der Rechtswissenschaften an der Universität Erlangen wurde er zum Staatsanwalt berufen. 1964 wurde er Leiter der Nürnberger Kriminalpolizei bevor 1971 die Ernennung zum BKA-Präsidenten folgte.

An der Spitze der Behörde unterwarf er das BKA einem Reformprozess, baute die technische und personelle Ausstattung aus und entwickelte neue kriminalistische Ansätze. Mittelpunkt seiner Arbeit war der Kampf gegen den RAF-Terrorismus im sogenannten Deutschen Herbst. So brachte er mehrere Mitglieder der ersten und zweiten RAF-Generation ins Gefängnis. Aufgrund einer unverschuldeten Fahndungspanne gelang es Herold 1977 allerdings nicht, den entführten Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer zu befreien. Dieser wurde von der RAF erschossen.

Meinungsverschiedenheiten mit dem damaligen Innenminister Gerhart Baum führten 1981 dann zu Herolds vorzeitiger Pensionierung. Weil die Polizei nicht in der Lage war, ihn ausreichend zu schützen, mussten Herold und seine Frau auf das Gelände der Bundesgrenzschutzkaserne in Rosenheim ziehen. "Ich bin der letzte Gefangene der RAF", sagte Herold dazu einmal.

Quelle: ntv.de, ftü