Politik
Montag, 12. Oktober 2009

Großdemonstration in Washington: Homosexuelle auf der Straße

Zehntausende Menschen sind in der US-Hauptstadt Washington für die Rechte von Homosexuellen auf die Straße gegangen. Die Demonstranten bevölkerten die rund drei Kilometer langen National Mall zwischen Kapitol und Weißem Haus. Nach Angaben der Organisatoren nahmen mehr als 150.000 Menschen an der Veranstaltung teil, die Polizei gab dagegen keine Schätzung ab.

"Gleiche Rechte überall in den USA", fordern die Homosexuellen.
"Gleiche Rechte überall in den USA", fordern die Homosexuellen.(Foto: AP)

"Gleiche Rechte überall in den USA", hieß es auf der Banderole, die an der Spitze des Protestzuges entrollt wurde. Überall waren Regenbogen-Fahnen und Plakate mit Aufschriften wie "Gleiche Rechte jetzt!" zu sehen. Ein Mann trug ein T-Shirt mit dem Slogan "Zwei Väter sind besser als einer", bei einer Frau lautete die Aufschrift "Küss' mehr Mädchen". Mit der Demonstration wollte die Human Rights Campaign (HRC), die größte Homosexuellen-Organisation der USA, vor allem für gleichgeschlechtliche Ehen eintreten und gegen die Benachteiligung von Homosexuellen in der Armee ins Feld ziehen.

"Bedacht und Vorsicht"

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Am Samstag hatte US-Präsident Barack Obama sein Versprechen erneuert, das Homosexualitätsverbot in der Armee abzuschaffen. "Dazu habe ich mich Euch gegenüber verpflichtet", sagte er in einer Rede auf einer Gala der HRC. "Patriotische Amerikaner, die dem Land dienen", sollten nicht bestraft werden.

Derzeit gibt es im US-Militär die so genannte "Nichts fragen, nichts sagen"-Regelung, wonach Homosexuelle in der Armee dienen können, solange sie ihre sexuelle Orientierung nicht ausleben oder davon erzählen. Die Duldungsregel war in den 90er Jahren unter dem damaligen Präsidenten Bill Clinton eingeführt worden und hatte Homosexuellen erstmals die Möglichkeit eröffnet, in der Armee zu dienen. Seit Einführung der Regelung wurden nach Angaben von Bürgerrechtlern jedoch mehr als 12.000 Soldaten aus der US-Armee entlassen, weil sie sich zu ihrer Homosexualität bekannten.

Der demokratische Senator Carl Levin, der dem Wehrausschuss des Senats vorsitzt, sprach sich für Ende des Verbots aus. Allerdings müsse auf die Unterstützung innerhalb der Streitkräfte für die Reform geachtet werden. Die Änderungen erforderten "Bedacht und Vorsicht", sagte Levin im TV-Sender NBC.

Quelle: n-tv.de