Politik

Streit um Stiftung Bauakademie Pronold will Posten nicht antreten

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Pronold nimmt vom Posten an der Spitze der Bundesstiftung Bauakademie Abstand.

(Foto: dpa)

Die Kritik an der Personalie war von Beginn an massiv. Zudem machte ein Arbeitsgericht Bedenken bei der Stellenvergabe geltend. Nun zieht SPD-Politiker Pronold selbst die Notbremse - und will von seiner Bereitschaft zur Leitung der Bundesstiftung Bauakademie entbunden werden.

Nach heftigen Kontroversen um seine Bewerbung als Direktor der Bundesstiftung Bauakademie rückt SPD-Politiker Florian Pronold von dem Vorhaben ab. Er habe den Stiftungsrat gebeten, ihn von seiner Bereitschaft zu entbinden, das Amt des Direktors zu übernehmen, teilte Pronold auf seiner Internetseite mit. Die erst im Aufbau befindliche Bundesstiftung brauche gerade in ihrer Startphase "zügige Handlungsfähigkeit".

Nach Pronolds Angaben hatte das sogenannte Karenzzeitgremium der Bundesregierung zuvor empfohlen, dass er frühestens zum 15. August dieses Jahres als deren Direktor beginnen solle. Auch eine vorherige ehrenamtliche Beteiligung am Aufbau der Akademie zur Überbrückung sei nicht möglich. Dieser zeitliche Ablauf aber würde die Vorbereitungen "erheblich verzögern" und sei daher nicht im Interesse der Stiftung.

Der Bundestagsabgeordnete aus Bayern ist derzeit Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesumweltministerium. Der Streit um die von ihn angestrebte Stelle als Direktor der neuen Bauakademie beschäftigte auch schon die Gerichte. Das Berliner Arbeitsgericht erließ auf Antrag eines unterlegenen Bewerbers kürzlich eine einstweilige Verfügung, die dem Stiftungsrat untersagte, den bereits ausgewählten Pronold zum Direktor zu machen. Es gebe Hinweise auf Fehler bei der Besetzung.

Im vergangenen Jahr hatten sich bereits zahlreiche Architekten in einem offenen Brief gegen Pronold ausgesprochen. Pronold schrieb in seiner Erklärung von einem "öffentlichen Wirbel, den interessierte Kreise um meine Person veranstaltet haben" sowie von "Neid und Standesdünkel". Dabei sei es niemals um Inhalte oder Profil der Akademie gegangen. An deren Aufbau mitzuwirken, wäre ihm "eine Herzensangelegenheit" gewesen. Falls gewünscht, wolle er diese auch weiter ehrenamtlich in beratender Funktion begleiten, betonte er.

Quelle: ntv.de, jwu/AFP