Politik

Putsch gegen Präsident Bongo Rebellen scheitern in Libreville

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Ali Bongo Ondimba

(Foto: REUTERS)

Dramatische Entwicklungen in Gabun: Am Morgen hallen Schüsse durch die Straßen von Libreville. Panzer gehen in der Hauptstadt der ölreichen Republik in Stellung. Militärs rufen zum Aufstand auf. Die Regierung erklärt den Putsch Stunden später für gescheitert.

In der Republik Gabun an der afrikanischen Atlantikküste haben Militärs offenbar versucht, die Macht an sich zu reißen. Am Morgen verlas ein Sprecher der Rebellen im Rundfunk eine Botschaft, in der die Einsetzung eines "nationalen Rates zur Erneuerung" bekannt gegeben wurde. Staatschef Ali Bongo Ondimba, der im August 2016 eine zweite Amtszeit als Präsident angetreten hatte, befindet sich derzeit außer Landes. In ihrer Erklärung riefen die Soldaten zum "Volksaufstand" gegen Bongo Ondimba auf.

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Ein kleiner Kreis rebellierender Soldaten? Die Putschisten bei ihrem Auftritt im staatlichen Rundfunk (Standbild).

(Foto: REUTERS)

In der Hauptstadt des rund zwei Millionen Einwohner zählenden Küstenstaats am Äquator fuhren Panzer auf. Soldaten gingen rund um das Rundfunkgebäude in Stellung. Dort waren am Morgen auch Schüsse zu hören, wie AFP-Reporter berichteten. Einheiten des Militärs blockierten kurz darauf den Zugang zu der Straße, an der das Gebäude liegt.

Die Lage blieb zunächst unübersichtlich. Die Regierung von Gabun geht offenbar von einem gescheiterten Militärputsch aus. "Es ist wieder Ruhe eingekehrt, die Situation ist unter Kontrolle", sagte Regierungssprecher Guy-Bertrand Mapangou am Montag der Nachrichtenagentur AFP. Von den fünf Militärs, welche den staatlichen Rundfunk besetzt hatten, seien vier festgenommen worden und der fünfte geflüchtet. Ein auf Twitter verbreitetes Video zeigte Bewaffnete in Uniform, die behaupten, die Macht ergriffen zu haben.

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Sicherheitskräfte seien in der Hauptstadt postiert worden und würden die Präsenz auch in den kommenden Tagen aufrecht erhalten, erklärte der Regierungssprecher. Die Landesgrenzen blieben offen. Präsident Ali Bongo Ondimba hält sich nach Informationen des französischen Auslandssenders RFI derzeit zur medizinischen Behandlung in Marokko auf. Die Familie Bongo regiert das ölreiche Land seit rund 50 Jahren. Gabun ist eine ehemalige französische Kolonie.

Wichtigste politische Partei des Landes war bislang die "Parti Démocratique Gabonais" (PDG), die aus der früheren "Einheitspartei" des 2009 verstorbenen langjährigen Diktators Omar Bongo hervorging. Im selben Jahr löste der bislang amtierende Präsident Ali Bongo seinen Vater - formell als Sieger einer Präsidentschaftswahl - im Amt als Staatschef von Gabun ab.

Französisch ist Amtssprache des Landes. Zur früheren Kolonialmacht Frankreich bestehen weiterhin enge Bindungen. In der nach französischem Vorbild gestalteten Präsidial-Republik bestimmt der Staatschef formell auch den Premier und die von ihm vorgeschlagenen Minister. Regierungschef ist seit 2016 Emmanuel Issoze Ngondet.

US-Soldaten vor Ort

Erst am Wochenende hatten die USA zum Schutz ihrer Staatsbürger und diplomatischen Einrichtungen im Kongo rund 80 Soldaten nach Libreville entsandt. In einem Schreiben an den Kongress begründete US-Präsident Donald Trump dies mit möglichen gewalttätigen Demonstrationen im Nachbarland Kongo nach der Wahl vor rund einer Woche.

Das offizielle Ergebnis der Wahl in der Demokratischen Republik Kongo steht noch nicht fest. Internationale Beobachter hatten im Vorfeld bereits vor neuen Gewaltausbrüchen in der Region gewarnt. Die US-Soldaten seien mit Kampfausrüstung ausgestattet und würden von Militärflugzeugen unterstützt, hieß es aus Washington. Sie könnten in Gabun, im Kongo oder in der Republik Kongo (Kongo-Brazzaville) eingesetzt werden.

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Quelle: n-tv.de, mmo/AFP/dpa