Politik

Bei Gefecht verwundet Rebellenführer in Perus Urwald gestorben

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Jorge Quispe Palomino war einer der meistgesuchten Männer Perus.

(Foto: picture alliance / dpa)

Zusammen mit seiner Bruder führt Jorge Quispe Palomino in Peru eine der letzten Einheiten der linken Guerillaorganisation Sendero Luminoso. Bei einem Gefecht mit dem Militär wird der Rebellenführer im vergangenen Herbst verwundet. Nun ist Palomino an den Folgen seiner Verletzung gestorben.

Ein wichtiger Anführer der linken Guerillaorganisation Sendero Luminoso ("Leuchtender Pfad") in Peru ist laut offiziellen Angaben nach einem Militäreinsatz gestorben. Jorge Quispe Palomino alias "Raúl" sei am 27. Januar gestorben - an den "Folgen eines chronischen Nierenleidens, verschlimmert durch die Wunden des Angriffs vom 29. Oktober auf das Camp, in dem er sich aufhielt", hieß es in einer Mitteilung der Streitkräfte des südamerikanischen Landes.

"Leuchtender Pfad"

Der Leuchtende Pfad ist eine maostische Gruppe in Peru. Sie entstand Ende der 1960er-Jahre. In den 70er- und 80er-Jahren sorgten die Rebellen für teilweise bürgerkriegsähnliche Zustände in Peru. Es ging im Kern um mehr Rechte für die indigene Bevölkerung, die in Peru etwa 70 Prozent ausmacht. 1992 entstanden mehrere Splittergruppen, nachdem der Hauptanführer Abimael Guzmán festgenommen worden war.

Demnach war es während des Einsatzes von Streitkräften und Polizei in der abgelegenen Urwaldregion der Flüsse Apurímac, Ene und Mantaro (VRAEM) im Oktober zu einer Auseinandersetzung mit den Rebellen gekommen. Dabei seien drei Rebellen getötet und fünf verletzt worden. Zudem sei bekanntgeworden, dass Jorge Quispe Palomino bei einem Angriff aus der Luft auf die umliegenden Camps verwundet wurde.

Der Guerilla-Anführer hatte zusammen mit seinem Bruder Víctor Quispe Palomino eine der letzten Einheiten der einst mächtigen maoistischen Kämpfer geführt, die sich von dem inhaftierten Guerilla-Chef Abimael Guzmán losgesagt haben. Jorge Quispe Palomino war einer der meistgesuchten Männer Perus gewesen - die Regierung hatte auf ihn ein Kopfgeld von zwei Millionen Soles, umgerechnet rund 450.000 Euro, ausgesetzt.

Bei Auseinandersetzungen zwischen dem Sendero Luminoso und staatlichen Sicherheitskräften waren zwischen 1980 und 2000 fast 70.000 Menschen getötet worden. Die meisten Opfer waren indigene Bauern. Im Gegensatz zu vielen anderen Bürgerkriegen in der Region war in Peru die Guerilla für einen Großteil der Toten verantwortlich. Heute widmen sich die verbliebenen Rebellen im VRAEM-Gebiet vor allem dem Drogenhandel.

Quelle: ntv.de, jpe/dpa

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