Politik

Putschisten geben nach Sudans gestürzter Premier wieder im Amt

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Der sudanesische Premier Abdalla Hamdok kann ein neues Kabinett bilden.

(Foto: dpa)

Vor vier Wochen übernehmen Militärs die Führung im Sudan. Proteste gegen die Machtübernahme lassen sie gewaltsam niederschlagen. Es gibt Dutzende Tote. Nun soll sich die Lage stabilisieren: Der Ministerpräsident, der unter Hausarrest gestellt wurde, bekommt seinen Posten zurück.

Im Sudan ist der durch einen Putsch gestürzte zivile Ministerpräsident Abdalla Hamdok wieder ins Amt eingesetzt worden. Dies sei das Ergebnis einer Einigung mit Armeechef General Abdel Fattah al-Burhan, sagte Hamdok in der Hauptstadt Khartum. In einem gemeinsamen Auftritt kündigten die beiden Männer an, sie wollten das Land wieder auf den Weg Richtung Demokratie führen. Wenige Minuten zuvor hatten Hamdok und Al-Burhan eine Vereinbarung für eine neue Übergangsregierung unterzeichnet.

Laut der Vereinbarung darf Hamdok ein Kabinett mit zivilen Vertretern bilden. Zudem sollen alle politischen Gefangenen, die während des Putsches am 25. Oktober festgenommen worden waren, freigelassen werden. Auch Hamdok war seit dem Umsturz unter Hausarrest festgehalten worden. Bisher ist unklar, ob auch Militärvertreter der neuen Regierung angehören werden.

Bis zu dem Putsch standen Al-Burhan und Hamdok an der Spitze einer Übergangsregierung aus militärischen und zivilen Vertretern. Nach dem Oktoberputsch hatte Al-Burhan die Regierung aufgelöst und einen Ausnahmezustand verhängt.

Gegen die Machtübernahme der Militärs gab es internationale Proteste. Im Sudan selbst gab es in den vergangenen Wochen immer wieder Proteste Tausender Sudanesen, die mehr Demokratie und eine zivile Regierung in dem Land mit 44 Millionen Einwohnern fordern. Die Demonstrationen wurden gewaltsam niedergeschlagen. Dabei wurden nach Angaben von Ärzten mindestens 40 Menschen getötet, allein am Mittwoch starben mindestens 16. Auch die internationale Gemeinschaft verlangte die Wiederherstellung der verfassungsmäßigen Ordnung.

Quelle: ntv.de, hul/dpa/AFP

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