Politik
Zeman hat vor allem Rückhalt bei der Landbevölkerung und in den unteren Einkommensschichten.
Zeman hat vor allem Rückhalt bei der Landbevölkerung und in den unteren Einkommensschichten.(Foto: AP)
Samstag, 27. Januar 2018

Wahlkampagne gegen Zuwanderung: Zeman bleibt tschechischer Präsident

Am Ende der zweitägigen Stichwahl in Tschechien steht fest: Der alte Präsident Milos Zeman ist auch der neue. Der 73-Jährige setzt sich knapp gegen den liberalen und pro-westlichen Politikneuling Jiri Drahos durch.

Mit einer Kampagne gegen Zuwanderung hat der russlandfreundliche Amtsinhaber Milos Zeman zum zweiten Mal die Präsidentschaftswahl in Tschechien gewonnen. In der zweitägigen Stichwahl schlug der 73-Jährige knapp seinen liberalen Herausforderer, den Wissenschaftler Jiri Drahos. Nach der Auszählung von mehr als 97 Prozent der Wahlbezirke kam Zeman auf 51,8 Prozent der Stimmen, wie die Statistikbehörde CSU mitteilte. Er bleibt damit für fünf weitere Jahre an der Spitze des Nato- und EU-Mitgliedstaats.

Im Wahlkampf hatte sich der Ex-Ministerpräsident mit dem Motto "Stoppt die Immigranten und Drahos" als entschiedener Gegner der Aufnahme von Migranten und Flüchtlingen präsentiert und Ängste vor einer drohenden "Migrationswelle" geschürt. Auch eine Warnung vor einer Willkommenskultur wie in Deutschland ging damit einher. Kaum eine Rolle spielte in der Debatte, dass im vergangenen Jahr nur 172 Flüchtlinge in Tschechien aufgenommen wurden.

Der Politikneuling und Chemieprofessor Drahos holte nach den vorläufigen Zahlen 48,2 Prozent der Stimmen. Der als prowestlich geltende 68-Jährige blieb damit hinter den Erwartungen der Umfragen zurück und räumte seine Niederlage ein. "Ich möchte dem Wahlsieger Milos Zeman gratulieren", sagte er vor seinen eigenen Anhängern.

Die Beteiligung war mit 66,5 Prozent der knapp 8,4 Millionen Stimmberechtigten höher als bei der ersten Wahl des Präsidenten durch das Volk vor fünf Jahren. Der Präsident repräsentiert Tschechien im Ausland, spielt eine Rolle bei der Regierungsbildung und ernennt die Verfassungsrichter.

Quelle: n-tv.de