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Baden-Württemberg Erzbischof Burger erschüttert über Missbrauchsgutachten

Erzbischof Stephan Burger steht im Freiburger Münster.

(Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Archivb)

Freiburg (dpa/lsw) - Der Freiburger Erzbischof Stephan Burger hat die Ergebnisse des Missbrauchsgutachtens im Erzbistum München und Freising als Erschütterung bezeichnet. "Ein weiteres Mal wird die Dimension dessen sichtbar, was Missbrauch in der katholischen Kirche angerichtet hat und was es für die Gläubigen auslöst und an Vertrauensverlust mit sich bringt", sagte Burger der "Badischen Zeitung" (Samstag) in Freiburg. Außerdem ergebe sich mit Blick auf Papst Benedikt XVI. besondere Brisanz, fügte der Erzbischof hinzu.

Burger distanzierte sich im Gespräch mit der Zeitung von der Äußerung des emeritierten Papstes, wonach es kein Missbrauch sei, wenn sich ein Priester vor einem Kind entblöße und onaniere, denn er berühre dabei das Kind nicht. "Das mag vielleicht damals nicht justiziabel gewesen sein", sagte Burger, "aber es ist für mich eindeutig Missbrauch."

Mit Blick auf die Initiative #OutInChurch, bei der sich 125 Beschäftigte der katholischen Kirche als queer geoutet haben, sagte Erzbischof Burger, auch hier habe die Kirche Schuld auf sich geladen. Als queer bezeichnen sich nicht-heterosexuelle Menschen beziehungsweise Menschen, die sich nicht mit dem traditionellen Rollenbild von Mann und Frau oder anderen gesellschaftlichen Normen rund um Geschlecht und Sexualität identifizieren. Der Erzbischof kündigte in diesem Zusammenhang Änderungen beim Arbeitsrecht an. "Weil wir sonst gar nicht mehr genügend Mitarbeitende für unser soziales Engagement und für unsere Einrichtungen finden", sagte Burger.

Auch im Erzbistum Freiburg wird derzeit ein Missbrauchsgutachten erstellt. Dieses soll laut Erzbischof Burger noch im ersten Halbjahr veröffentlicht werden können.

Quelle: dpa

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