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Berlin & Brandenburg Klima-Rat empfiehlt: Weniger Autos und Solarpflicht

Autos stehen im Stau.

(Foto: Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild)

Berlin (dpa/bb) - Nach rund acht Wochen intensiver Beratungen hat Berlins erster Klima-Bürgerrat fast 50 Empfehlungen an die Politik vorgelegt. Zu den Wünschen, die das aus 100 Bürgerinnen und Bürgern bestehende Gremium jeweils mit Mehrheit beschloss, gehören ein attraktiverer Personennahverkehr (ÖPNV), eine Reduzierung des Autoverkehrs und der Erhalt bestehender Grünflächen.

Außerdem wollen die Teilnehmer unter anderem die energetische Sanierung von Gebäuden beschleunigen, die Kosten dafür sozial abfedern und nicht allein auf Mieter abwälzen. Sie fordern zudem einen schnelleren Ausbau erneuerbarer Energien, etwa mit Hilfe einer "Solar- und Gründächerpflicht". Knapp zwei Drittel der Ratsmitglieder und damit etwas weniger als bei vielen anderen Punkten halten die Prüfung einer City-Maut für nötig und empfehlen eine emissionsfreie Innenstadt ohne Verbrennerautos ab 2030.

Die am Donnerstag vorgelegten Empfehlungen beziehen sich vor allem auf die Bereiche Mobilität, Gebäude und Energie. Zusätzlich nahmen die Beteiligten die Bereiche Konsum und Grünflächen in den Blick. So treten sie für ein stärkeres Vorgehen gegen Lebensmittelverschwendung und für besseren Schutz des Baumbestandes ein.

Der Rat habe klare und präzise Empfehlungen vorgelegt, mit denen die Politik sich nun gründlich beschäftigen werde - sowohl der Senat als auch das Abgeordnetenhaus, erklärte Umwelt- und Verkehrssenatorin Bettina Jarasch (Grüne). "Ganz offensichtlich wünschen sich die Bürgerinnen und Bürger noch mehr wirksame Maßnahmen zur Reduzierung des Autoverkehrs: Darüber werden wir reden müssen."

Die Idee für den "Klimabürger:innenrat" geht auf die Initiative "Klimaneustart" zurück. Zunächst wurden 2800 zufällig ausgewählte Berlinerinnen und Berliner angeschrieben und zur Mitarbeit eingeladen. Aus dem Kreis der Interessierten wurden 100 Menschen ausgewählt. Dabei flossen Kriterien wie Alter, Geschlecht, Bildungsabschluss und Wohnbezirk ein, um ein möglichst ausgewogenes Meinungsbild zu bekommen. Das Projekt wird wissenschaftlich begleitet. Im Vorjahr bearbeitete auch auf Bundesebene ein Bürgerrat Klima-Empfehlungen für die Politik.

Quelle: dpa

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