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Berlin & Brandenburg Wind facht Waldbrand in der Lieberoser Heide an

Ein Feuerwehrmann in Schutzkleidung.

(Foto: Philipp von Ditfurth/dpa/Symbolb)

Feuerwehrleute im Südosten Brandenburgs sind im Dauereinsatz. Seit Tagen wird der Waldbrand in der Lieberoser Heide bekämpft. Nun werden die Flammen auch noch angeheizt.

Cottbus/Lieberose (dpa/bb) - Die Löscharbeiten in der Lieberoser Heide im Südosten Brandenburgs werden durch zunehmenden Wind erschwert. Das Feuer hat sich nach Angaben des Landkreises Dahme-Spree vom Mittwochabend auf inzwischen 86 Hektar ausgeweitet, was etwa der Hälfte der Insel Helgoland entspricht. "Grund ist, neben der anhaltenden Trockenheit, der aufziehende und drehende Wind", hieß es. "Die Lage entwickelt sich weiterhin stark dynamisch. In der kommenden Nacht wird erwartet, dass der Wind nicht nachlässt", wird Kreisbrandmeister Christian Liebe zitiert.

Eine große Herausforderung für die Einsatzkräfte sei weiterhin der schlechte Zustand der Wege. Es sei schwer, an die Brandherde heranzufahren. Zudem erschwere die mit Munition belastete Fläche die Arbeiten. Der Brand könne nur von freigegebenen Wegen aus gelöscht werden.

Löschhubschrauber der Bundespolizei unterstützen weiterhin aus der Luft. Dafür wird Wasser aus dem Großen Ziestesee, Teerofensee und Byhlener See entnommen. Dabei wird der Wasserstand der Seen kontrolliert. Einige der Seen seien munitionsbelastet und dürften nicht zu viel Wasser verlieren.

Die Feuerwehr kämpfte am Mittwoch den dritten Tag in Folge gegen den Waldbrand. Am Dienstagabend waren es laut Behörde noch rund 50 Hektar. "Regen würde helfen", sagte die Sprecherin des Kreises. Am Mittwoch habe es in dem Gebiet keinen Niederschlag gegeben.

Am Mittwochmorgen berichtete die Leitstelle Lausitz, mehr als 260 Feuerwehrkräfte seien im Einsatz gewesen. Der Brand in einem Moorgebiet in der Lieberoser Heide war am Montag ausgebrochen. Die Löscharbeiten gestalten sich auch wegen der andauernden Trockenheit schwierig.

Die Polizei prüft auch, ob der Waldbrand durch fahrlässige oder vorsätzliche Brandstiftung entstanden sein kann. Konkrete Erkenntnisse dazu gebe es nicht, sagte eine Sprecherin der Polizeidirektion Süd.

Der Geschäftsführer der Stiftung Naturlandschaften Brandenburg, Andreas Meißner, befürchtet durch den Waldbrand in der Lieberoser Heide dauerhafte Schäden für schützenswerte Tiere und Pflanzen. "Das, was dort passiert, tut mir in der Seele weh", sagte der Moor-Experte der Deutschen Presse-Agentur in Potsdam. Es gingen Lebensraum für seltene Pflanzen und Tierarten sowie Jahrhunderte alte Moor-Geschichte verloren. "Das ist ein absolut schmerzlicher Verlust auch für mich persönlich."

Die Stiftung Naturlandschaften Brandenburg sichert nach eigenen Angaben vier ehemalige Truppenübungsplätze für den Naturschutz, unter anderem eine 3150 Hektar große Fläche in der Lieberoser Heide. Dort brennt es in einem Moor-Gebiet.

Quelle: dpa

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