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Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt findet ausreichend Juristennachwuchs

Ein Referendar sitzt im Landgericht vor einem Textband

(Foto: Oliver Berg/dpa/Symbolbild)

Alle Länder suchen in großer Zahl Juristennachwuchs für die Gerichte und Staatsanwaltschaften. In Sachsen-Anhalt gelingt es dank mehrerer Neuerungen.

Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalt hat in diesem Jahr 40 neue Juristinnen und Juristen für die Gerichte und Staatsanwaltschaften gewinnen können. "Damit haben wir in diesem Jahr deutlich mehr Richterinnen und Richter auf Probe eingestellt als geplant", sagte Justizministerin Franziska Weidinger (CDU) der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund ist, dass in den kommenden Jahren sehr viele Juristen in den Ruhestand gehen. In den kommenden zehn Jahren sind das laut Ministerium etwa die Hälfte der rund 800 Richter und Staatsanwälte. Deshalb habe Sachsen-Anhalt seine Einstellungsoffensive gestartet.

"Wir haben gerade richtigen Zulauf", sagte die Ministerin. Dazu hätten verschiedene Aspekte beigetragen. Durch Umstrukturierungen innerhalb des Ministeriums hatte Weidinger eine zentrale Stabsstelle für das Personalmanagement in der Justiz geschaffen. Zuvor waren verschiedene Bereiche mit dem Thema Personal befasst. Dass es nun einen Ansprechpartner gebe, sei ein großer Vorteil. "Das hat in allen Justizberufen einen Impuls gegeben, auch für Bewerber von außerhalb, für Landeskinder und für Bewerber aus anderen Bundesländern, gerade im richterlichen Bereich", sagte Weidinger. Die Kandidatinnen und Kandidaten erhielten individuelle Angebote.

Von den 40 in diesem Jahr eingestellten Richterinnen und Richtern auf Probe sind den Angaben zufolge 24 aus Sachsen-Anhalt oder haben ihr Referendariat in dem Bundesland absolviert. Neun kämen aus Sachsen, weitere aus Berlin, Thüringen, Bayern und Hessen. Es seien 17 Männer und 23 Frauen darunter. Das Durchschnittsalter liegt bei 31 Jahren. "Die meisten davon haben ein Prädikatsexamen", sagte Weidinger. Damit sei das Niveau weiter sehr hoch. "Wir hätten gedacht, wir müssen mit anderen Bundesländern im Geleitzug die Anforderungen absenken. Das ist nicht notwendig, darüber freue ich mich sehr."

Zudem hat Sachsen-Anhalt das Rotationsprinzip bei den Richtern auf Probe abgeschafft. Die Juristen müssen damit nicht mehr zwangsweise an unterschiedliche Orte. Es wird stärker den Interessen der Bewerberinnen und Bewerbern entsprochen, für welche Fachrichtungen sie sich interessieren und in welche Region sie möchten. "Das kommt gut an", sagte Weidinger.

Quelle: dpa

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