Was für ein Krimi

Deutsche Schachspieler feiern Coup bei Olympiade

imago1054491505h
Matthias Blübaum holte den entscheidenden Sieg (Archivbild). (Foto: IMAGO/Sportfoto Rudel)
00:00 / 02:06
27.09.2026 | 17:43 Uhr
Mit viel Druck im letzten Duell holt die deutsche Mannschaft Bronze in Samarkand. Wie das Team um Vincent Keymer als Außenseiter für eine Überraschung sorgt.

Die deutsche Schach-Nationalmannschaft der Männer hat ihre lange Durststrecke beendet und bei der Schach-Olympiade erstmals seit 26 Jahren wieder eine Medaille geholt. "Wir haben schon seit einigen Jahren eine starke Mannschaft. Es war an der Zeit, dass es eine starke Olympiade gibt", sagte Nationalspieler Matthias Blübaum gegenüber Chess.com, nachdem er für sein Team um Topspieler Vincent Keymer im usbekischen Samarkand beim bedeutendsten Mannschaftswettbewerb im Schach den entscheidenden Sieg für Bronze geholt hatte.

Gastgeber Usbekistan sicherte sich bei dem alle zwei Jahre ausgetragenen Turnier Gold und verdrängte den bis dahin amtierenden Champion Indien auf Platz zwei. Das deutsche Team hatte sich unter der Leitung von Bundestrainer Jan Gustafsson im Vergleich zur vorherigen Olympiade um 14 Plätze verbessert. In der elften und letzten Runde wurde das ausgeglichene Duell mit der Niederlande mit 2,5 zu 1,5 entschieden. 

Matthias Blübaum gewann gegen Jorden van Foreest, während Keymer und die Brüder Frederik und Rasmus Svane jeweils Remis spielten. "Wenn ich verliere, wäre alles vorbei gewesen. Deshalb stand ich sehr unter Druck und bin sehr happy, dass ich das Remis geschafft habe. Ich kann es gar nicht fassen", sagte Frederik Svane, der im letzten Duell das nötige Ergebnis holte und damit die Medaille absicherte, bei chess.com. Er hatte keines seiner elf Spiele während des Turnierverlaufs verloren.

"Ich bin auf alle stolz", sagte Gustafsson über seine vierköpfige Mannschaft, zu der neben Keymer und Blübaum auch die Brüder Frederik und Rasmus Svane gehören. Deutschland schlug selbst Goldmedaillengewinner Usbekistan. Einzig Indien und China waren überlegen. Der Sprung auf das Podest war Deutschland zuletzt 2000 bei der Olympiade gelungen. In der offenen Spielklasse in Istanbul hatte es damals sogar für Silber gereicht.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/dpa/sid