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Ein Jahr nach dem Horrorcrash Flörsch kehrt mit Narben nach Macao zurück

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Sophia Flörsch fährt schon seit dem Frühjahr wieder Rennen - nur wenige Monate zuvor wäre sie beinahe gestorben.

(Foto: dpa)

Ein Jahr ist der schreckliche Unfall von Rennfahrerin Sophia Flörsch nun her. An diesem Wochenende kehrt sie zurück nach Macao - und geht dort erneut an den Start. Auch wenn sie sicher ist, dass der Ort ihr keine Angst bereitet, muss sie sich an ein neues Auto gewöhnen.

Sophia Flörsch hat die Rückkehr nach Macao herbeigesehnt. Die Rennfahrerin aus München hat in der ehemaligen portugiesischen Kolonie westlich von Hongkong nun schon die ersten Pressetermine und die Fahrerbesprechung absolviert. Von Normalität kann aber eigentlich keine Rede sein, denn erst vor einem Jahr überstand sie beim Weltfinale der Formel 3 auf dem gefährlich engen Stadtkurs einen Horror-Unfall.

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Vor der berüchtigten Lisboa-Kurve kollidierte sie mit einem Konkurrenten, hob in ihrem Auto vom niederländischen Rennstall Van Amersfoort Racing mit mehr als 276 Stundenkilometern von der Strecke ab und krachte ungebremst durch die Fangzäune in mehreren Metern Höhe gegen Schutzplanken. An dieser Stelle, schreibt sie bei Instagram scherzhaft, habe sie versucht, Flugzeug zu spielen. Dann schwenkt sie mit der Kamera vom Boden nach rechts in die Höhe, hin zu einem Häuschen. Dort hätte ihre Karriere als Rennfahrerin beinahe ein jähes Ende genommen.

Der Körper vergisst die Schmerzen

Stattdessen will es die 18-Jährige jetzt noch einmal wissen: "Macao ist wirklich kein Problem", versicherte sie vor dem Rennen am Sonntag (8.30 Uhr). Von dem Crash am 18. November, der sie mit einem Schlag berühmt machte, sind Flörsch "nur zwei Narben geblieben", wie sie dem "Motorsport-Magazin" sagte. "Ich werde den Unfall nie vergessen, aber für mich war er von Anfang an nicht so schlimm", erklärte sie: "Komischerweise vergisst der Körper die Schmerzen."

Die Nachwuchspilotin brach sich den siebten Halswirbel und bekam bei einer elfstündigen Operation eine Titanplatte eingesetzt. Ein Knochenstück aus der Hüfte musste der Teenagerin für den beschädigten Wirbel außerdem entnommen werden. Ein Pflaster an ihrem Hals verdeckt die Operationsnarbe. An der Hüfte "habe ich jetzt so eine Beule, ein Loch. Das ist relativ komisch." Komisch? Flörsch ist sich bewusst, dass sie bei dem Unfall "1000 Schutzengel mit an Bord" hatte. Aber sie weiß eben auch, dass "das zum Racing dazugehört. Wenn etwas passiert, ist es Schicksal".

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Angst habe sie nicht. "Die Strecke ist der Hammer", sagte sie. Wer etwas anderes behaupte, sei aus ihrer Sicht "kein Rennfahrer". Ist sie von Macao besessen? "Ich kann Leute verstehen, wenn sie das so sehen. 99 Prozent der Leute verstehen das nicht", sagte Flörsch, die in Macao für das HWA-Team startet. "Ich glaube, dass vor allem Leute das glauben, weil sie das selber nicht machen würden." HWA-Vorstand Ulrich Fritz sagte: "Wir unterstützen sie, weil sie sehr willensstark ist."

"Ein bisschen surreal"

Bei Youtube wurden Videos mit ihrem Unfall millionenfach geklickt, bei Instagram hat Flörsch, die eines Tages in der Formel 1 fahren und dort Weltmeisterin werden will, mittlerweile über 280.000 Fans. Sie war zu Gast in Talkshows und wird zu verschiedenen Veranstaltungen eingeladen. "Ja, ich bin bekannter geworden", gibt Flörsch zu. Aber: "Als Rennfahrerin hat es mich nicht verändert." Und: "Mir war immer klar, dass ich nach Macao zurückkehre, aber noch bis zur Mitte des Jahres hätte ich nicht gedacht, dass es schon jetzt so weit ist. Umso glücklicher bin ich jetzt", so Flörsch.

Mit Blick auf den erst vor Kurzem unterzeichneten Vertrag für das Formel-3-Rennen an diesem Wochenende sei das "auch ein bisschen surreal". Flörsch war nach dem Unfall Monate in der Rehabilitation, saß im März aber schon wieder in einem Formel-3-Auto. Körperlich fühlt sie sich schon lange wieder topfit. Und auf psychologische Hilfe war sie nicht angewiesen.

Auto ist noch ungewohnt

Allerdings hat Flörsch, die in dieser Saison in der Formula Regional European Championship fuhr, im Grunde keine Erfahrung in dem neuen Wagen. "Ich bin das Auto nur einmal im Regen in Valencia gefahren, aber noch nicht einen Meter im Trockenen. Es wird die Herausforderung für mich, das Auto so schnell wie möglich kennenzulernen", erläuterte sie. Außerdem ist der Wagen mit 380 PS rund 130 PS leistungsstärker als ihr bisheriger.

"Ich muss ohne Erwartungen reingehen, da ich noch nie im Auto gesessen bin. Mir persönlich ist es wichtig, dass ich mich steigere, Runde für Runde schneller werde", sagte Flörsch, die 2020 den Aufstieg in die Internationale Formel-3-Serie schaffen will. Macao soll dafür die Vorbereitung sein. "Sonst würde ich bis März nicht im Formel-3-Auto sitzen und mir würden vier Tage fehlen, die die anderen haben. Das ist ein wichtiger Aspekt", erklärte Flörsch. Sie will einfach nicht noch weiter Zeit verlieren - auch wenn Macao ein Risiko ist.

Quelle: n-tv.de, ara/sid/dpa

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