Sport

Quintana gewinnt härteste Etappe Froome geht auf Tour-Dach die Luft aus

c71f9e8cad5f93902d6eeee15e135907.jpg

So idyllisch war es auf der 17. Etappe selten - meist ging es bergauf.

(Foto: AP)

Es ist nach den Zeitfahren die kürzeste Etappe der diesjährigen Tour de France. Doch diese hat es in sich. Nach 65 Kilometern liegt das Ziel auf 2215 Meter Höhe. Im Gesamtklassement lässt Favorit Christopher Froome erneut Federn.

Nairo Quintana hat die 17. Etappe der Tour de France gewonnen. Der kolumbianische Radprofi vom Movistar-Team setzte sich beim Schlussanstieg des schweren Pyrenäen-Teilstücks von Bagnères-de-Luchon nach Saint-Lary-Soulan gegen den zweitplatzierten Iren Daniel Martin und Geraint Thomas auf Rang drei durch.

*Datenschutz

Der Brite Thomas verteidigte das Gelbe Trikot und baute seinen Vorsprung sogar noch aus. Sein britischer Sky-Teamkollege Christopher Froome verlor in der Gesamtwertung wertvolle Zeit und ist nur noch Dritter hinter dem Niederländer Tom Dumoulin.

Das Ziel lag auf dem Col du Portet, einem Berg der höchsten Schwierigkeitsstufe und mit 2215 Metern das Dach der Tour. Zuvor mussten die Fahrer auf der mit 65 Kilometern extrem kurzen Etappe bereits zwei Berge der ersten Kategorie überwinden.

Froome muss Attacke geschehen lassen

Das knüppelharte Teilstück über drei schwere Anstiege war eine der letzten Möglichkeiten für die Siegaspiranten, das Klassement noch einmal auf den Kopf zu stellen. Letztlich aber parierte die einmal mehr kaum zu bezwingende Sky-Armada alle Attacken - bis auf jene von Quintana - souverän. Als gut zwei Kilometer vor dem Gipfel der Niederländer Dumoulin antrat, ging Thomas mit, Froome hatte aber keine Kraft mehr. Im Sprint um Rang drei setzte sich Thomas durch, Titelverteidiger Froome kam mit 48 Sekunden Rückstand auf seinen Sky-Kollegen an. Damit ist die Hierarchie im britischen Super-Team endgültig geklärt.

*Datenschutz

Mit einer neuen Startvariante ähnlich dem Prozedere in der Formel 1 oder im Motorradsport hatten die Organisatoren der Etappe zusätzlich Würze verleihen wollen. Die Startaufstellung mit Gelb-Träger Thomas an der Spitze und seinen Verfolgern direkt dahinter aber provozierte nicht wie erhofft frühe Attacken der Spitzenfahrer. Stattdessen rollten die Podiumsanwärter unaufgeregt los und hatten schnell - wie bei jeder normalen Etappen - ihre Teamkollegen und Helfer bei sich. "Es macht keinen Sinn, zu früh zu attackieren", hatte Thomas am Vortag gesagt und vor dem finalen Stück hoch auf den Col du Portet gewarnt.

Schwerster Anstieg der Tour

Auf gut 20 Kilometern ging es dann mit einer durchschnittlichen Steigung von mehr als acht Prozent der Ziellinie entgegen. "Der letzte Anstieg ist der vielleicht schwerste der Tour. Da will man gute Beine haben. Am letzten Berg kann alles passieren. Wir müssen daher clever und zusammen fahren", hatte Thomas gesagt.

Vom unmittelbar nach dem Start beginnenden Aufstieg auf den Montée de Peyragudes an bestimmte das Sky-Team im Peloton das Tempo. Eine Ausreißergruppe durfte davonziehen, zu der Alejandro Valverde als Neuntplatzierter und damit Bester der Gesamtwertung gehörte. Kilometer um Kilometer dünnten sich die Gruppen aus, sowohl an der Spitze als auch bei den Spitzenfahrern.

Vor der letzten Pyrenäen-Gebirgsetappe und dem Zeitfahren am Samstag dürfen sich die Spitzenfahrer am Donnerstag noch einen ruhigeren Tag gönnen, wenn auf dem 18. Teilstück von Trie-sur-Baise nach Pau über 171 Kilometer eine Flachetappe mit erwartetem Massensprint ansteht.

Quelle: n-tv.de, jwu/dpa/sid

Mehr zum Thema