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Europapokal in deutscher HandIn Nervenschlacht gewinnt Melsungen den ersten Titel der Klubgeschichte

31.05.2026, 20:46 Uhr
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Torhüter Nebojsa Simic verhexte für Melsungen teilweise das Tor. (Foto: picture alliance / Eibner-Pressefoto)

Die MT Melsungen feiert den größten Erfolg der Vereinsgeschichte: Der Handball-Bundesligist gewinnt die European League. Erst die letzte Parade entscheidet über den Sieg gegen Liga-Konkurrent THW Kiel.

Nationalspieler Timo Kastening rannte völlig losgelöst über das Spielfeld, Final-Held Nebojsa Simic weinte Tränen des Glücks: Die MT Melsungen hat Handball-Geschichte geschrieben und erstmals die European League gewonnen. Während die Stars des THW Kiel sich frustriert die Trikots über das Gesicht zogen, feierten die Melsunger ihren historischen ersten großen Titelgewinn im Thriller von Hamburg wild mit den mitgereisten Fans. "Oh, wie ist das schön", sangen Kastening und Co. nach dem dramatischen 24:23 (13:12)-Erfolg.

"Ich war zu 100 Prozent sicher, dass wir gewinnen, wir konnten dieses Spiel einfach nicht verlieren", sagte der herausragende Torhüter Simic, der die Kieler schier zur Verzweiflung getrieben hatte, bei Dyn: "Ich habe mit Melsungen neun Jahre auf diesen Titel gewartet, es fühlt sich unglaublich gut an." Erfolgstrainer Roberto García Parrondo attestierte seiner Mannschaft "Gier" und "Herz".

Schon vor dem Finale war klar gewesen, dass der zweitwichtigste Europapokal fest in deutscher Hand bleibt: Es war der zehnte Erfolg eines Bundesliga-Klubs bei den vergangenen elf Auflagen.  Bester Werfer aufseiten der Melsunger war in einem heiß umkämpften Endspiel Dainis Kristopans mit vier Treffern. Den Grundstein für den Sieg legte der Bundesliga-Siebte mit einer bärenstarken Defensive um Torhüter Simic, an der sich die THW-Stars immer wieder die Zähne ausbissen. Melsungen hatte im Halbfinale am Samstag schon den Titelverteidiger SG Flensburg-Handewitt (37:30) ausgeschaltet.

Titelverteidiger Flensburg bleibt nur Bronze

Für Kiel, das in Lukas Zerbe (5 Tore) seinen Top-Torschützen hatte, platzte unterdessen nicht nur die Hoffnung auf den ersten internationalen Titel seit dem Champions-League-Triumph 2020. Der Rekordmeister, in der Liga aktuell nur Fünfter, wird in der kommenden Saison zum dritten Mal nacheinander nicht in der Königsklasse spielen. Den dritten deutschen Startplatz nimmt wohl Melsungen ein. Platz drei beim Final Four in der Hansestadt holten sich am Sonntagnachmittag die Flensburger (Sieger von 2024 und 2025) durch einen 32:30-Erfolg gegen Montpellier HB.

Spannend, knallhart, hochemotional: Beide Teams lieferten sich in der proppevollen Barclays Arena eine regelrechte Abwehrschlacht. Kiel dominierte die Anfangsphase, konnte sich dabei aber nie mit mehr als zwei Toren absetzen. Und weil dem THW in den neun Minuten bis zur Pause nach einer 11:10-Führung nur noch ein Treffer gelang, lag beim Seitenwechsel plötzlich Melsungen vorn. "Es ist ein sehr hart umkämpftes Spiel, sehr eng", sagte Bundestrainer Alfred Gislason nach der ersten Halbzeit bei Dyn: "Jetzt bin ich gespannt auf die zweite Halbzeit, ob es sich in eine Richtung dreht oder so eng bleibt."

Es blieb auch im zweiten Abschnitt ein heiß umkämpftes Finale - mit Vorteilen zunächst für Melsungen. Weil beim THW nun der für den glücklosen Nationaltorhüter Andreas Wolff eingewechselte Gonzalo Perez de Vargas einige Bälle aus den Ecken kratzte, glich Kiel 13 Minuten vor dem Ende wieder aus (47.). In der Schlussphase war es dann Melsungens Keeper Simic, der die MT auf der Siegerstraße hielt, auch einen späten Siebenmeter gegen Nationalspieler Zerbe entschärfte er. Wenig später traf Linksaußen David Mandic entscheidend.

Quelle: ntv.de, ara/sid

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