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Olympia-GAU für Skisprung-StarKarl Geigers bester Wettkampf kommt wohl zu spät

18.01.2026, 06:56 Uhr
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Karl Geiger wurde beim zweiten Wettkampf in Sapporo 14., damit erfüllte er allerdings nur die Teil-Norm für die Olympia-Qualifikation. (Foto: REUTERS)

Karl Geiger versucht alles, um seine Formschwäche abzuschütteln und das Olympia-Ticket noch zu buchen. Beim zweiten Springen in Sapporo schnappt der Altmeister sich die halbe Norm. Das dürfte zu wenig sein.

Karl Geiger jubelte kurz, dann winkte er in die Kamera und strahlte: Trotz der wohl endgültig verpassten Olympia-Teilnahme hatte das Sorgenkind des deutschen Skispringens im Land des Lächelns endlich wieder gute Laune. Das einzige Problem: Platz 14 im japanischen Sapporo beim erneuten Sieg des Dominators Domen Prevc kam für den Oberstdorfer zu spät.

"Auch wenn die Olympianorm am Ende knapp verpasst wurde, fühlt sich dieses Resultat wichtig an. Es zeigt mir, dass die Arbeit der letzten Wochen nicht umsonst war und dass ich auf dem richtigen Weg bin", schrieb Geiger bei Instagram nach seinem besten Ergebnis der Saison. Dem 32-Jährigen bleibt für die Winterspiele dennoch maximal die Rolle als Ersatzmann, die aber bislang nicht vorgesehen ist.

Geiger flog am Sonntag auf der Olympiaschanze von 1972 zweimal auf 128,0 Meter und hielt dem Druck stand - anders als tags zuvor, als er im zweiten Durchgang vom zwölften auf den 27. Platz abgestürzt war. Mit diesem Patzer habe er sich "selbst eine Chance genommen. Das tut weh, gerade in einer Phase, in der es um so viel geht", so Geiger. Bester Deutscher war erneut Philipp Raimund auf Rang neun. Luca Roth (46.) und Ben Bayer (47.) schafften es nicht in die Punkte.

Der Tournee-Sechste Felix Hoffmann hatte ebenso wie Andreas Wellinger und Pius Paschke auf die Reise nach Japan verzichtet. Alle drei haben wie Raimund die Olympia-Norm (einmal Top 8 oder zweimal Top 15) erfüllt, der Qualifikationszeitraum endete am Sonntagabend. Bundestrainer Stefan Horngacher wird aller Voraussicht nach nur vier Springer mit zu den Spielen nehmen. Geiger bleibt maximal die Rolle als Ersatzmann, die aber bislang nicht vorgesehen ist.

Erneut nicht zu stoppen war Vierschanzentournee-Gewinner Prevc, der Slowene holte mit Sprüngen auf 137,5 und 136,5 Meter seinen schon neunten Saisonsieg vor Lokalmatador Ryoyu Kobayashi und dem Österreicher Daniel Tschofenig. Am Samstag hatten die Japaner Naoki Nakamura und Ren Nikaido die Plätze hinter Prevc belegt. Im Gesamtweltcup liegt der Seriensieger nun mit 1414 Punkten vor Kobayashi (947), Raimund (670) ist nur noch Siebter.

Seinen Traum von der neunten Olympia-Teilnahme begraben muss indes Oldie Noriaki Kasai (53). Der Japaner scheiterte als 56. in der Qualifikation und wird sich den Rekord weiter mit Eisschnellläuferin Claudia Pechstein teilen, die ebenfalls bei acht Winterspielen am Start war .Weiter geht es für Raimund und Co. schon am Donnerstag, wenn im heimischen Oberstdorf die Qualifikation für die Skiflug-WM ansteht.

Quelle: ntv.de, tno/sid