Absturz mit wohl fatalen FolgenNächstes Drama um Karl Geiger: "Jetzt brechen alle Dämme"

Karl Geiger ist einer der besten deutschen Skispringer der vergangenen Jahre. Doch in diesem Winter geht gar nichts zusammen. Der 32-Jährige kämpft in Japan verbissen um seine Olympia-Chance – und stürzt ab.
Karl Geiger schlug enttäuscht auf den roten Helm und schüttelte immer wieder den Kopf. Zumindest die Teilnahme für Olympia war für das Sorgenkind des deutschen Skispringens zum Greifen nah, doch dann folgte der nächste bittere Rückschlag. Nur Platz 27 beim Sieg von Domen Prevc im japanischen Sapporo lässt die Chancen auf das Ticket für die Winterspiele weiter schwinden.
"Jetzt brechen alle Dämme. Wirklich schade, es war aber zu befürchten", sagte der ehemalige Bundestrainer Werner Schuster bei Eurosport, als Geiger im zweiten Durchgang vom zwölften Platz noch weit zurückfiel: "Er hat so sehr gebastelt und wollte dann nach dem ersten Durchgang noch eins draufbasteln. Das hat das System nicht ausgehalten, das war ein Overload."
Als bester Deutscher landete der zuletzt erkältete Philipp Raimund in Fernost nur auf dem 14. Rang. "Er scheint ein wenig aus dem Rhythmus gekommen zu sein durch die Krankheit", sagte Schuster. Luca Roth verfehlte als 31. die Punkteränge denkbar knapp.
Ein Hüpfer, der ganz bitter werden kann
Geiger erreichte auf der Olympiaschanze von 1972 zwar erstmals seit Ende November einen zweiten Durchgang, doch dort ging nichts mehr. Dem starken ersten Sprung auf 132 Meter folgte ein Hüpfer auf gerade einmal 114 Meter – Geiger riss sich enttäuscht die Skibrille vom Kopf.
Der Tournee-Sechste Felix Hoffmann hatte ebenso wie Andreas Wellinger und Pius Paschke auf die Reise nach Japan verzichtet. Alle drei haben ebenso wie Raimund die Olympia-Norm (einmal Top 8 oder zweimal Top 15) schon erfüllt, der Quali-Zeitraum endet am Sonntagabend. Bundestrainer Stefan Horngacher wird aller Voraussicht nach nur vier Springer mit zu den Spielen nehmen.
Prevc lässt sich nicht aus der Ruhe bringen
Erneut nicht zu stoppen war der Slowene Prevc, der mit Sprüngen auf 132 und 141 Meter überlegen vor den Japanern Naoki Nakamura und Ren Nikaido siegte und seine Führung im Gesamtweltcup ausbaute. Prevc trotzte dabei auch Materialproblemen: Kurz vor der Landung brach eine Verschlussschnalle am Schuh, doch er stand den Sprung sicher. Vorjahressieger Ryoyu Kobayashi landete als Fünfter erstmals seit 2020 bei seinem Heimspiel nicht auf dem Podest.
Eine weitere Disqualifikation gab es im slowenischen Team. Der 20 Jahre alte Ziga Jancar wurde wegen zu großer Schuhe aus dem Wettkampf genommen. Bei der Tournee hatte die doppelte Disqualifikation von Timi Zajc, in Oberstdorf zunächst Zweiter, für viel Wirbel gesorgt. Am Sonntag folgt ein weiterer Wettkampf in Sapporo und die letzte Chance für Geiger. Dann hat auch Noriaki Kasai die Gelegenheit, seinen Altersrekord im Weltcup zu verbessern. Beim ersten Versuch war der 53-Jährige in der Quali gescheitert.