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"Meine Gesundheit hat Vorrang" Kim Janas beerdigt ihren Olympiatraum

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In ihrer jungen Karriere hat Kim Janas 13 von 15 möglichen Deutschen Meisterschaften gewonnen.

(Foto: dpa)

Kim Janas ist das größte deutsche Turntalent seit Fabian Hambüchen, doch nach dem dritten Kreuzbandriss in drei Jahren macht die Zehntklässlerin Schluss mit ihrer jungen Karriere. Ihrer Trainerin verlangt das "höchsten Respekt" ab.

Als die bittere Diagnose feststand, war Kim Janas ganz tapfer. Der dritte Kreuzbandriss beendet jäh eine hoffnungsvolle Turnkarriere. Eine Teilruptur des vorderen Kreuzbandes am rechten Knie macht die Fortsetzung der Laufbahn unmöglich. "Es wird nicht leicht für mich, das Turnen zurückzulassen, aber für mich und meinen Körper ist es einfach besser so", erklärte die 16-Jährige.

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"Ich bin zu dem Entschluss gekommen, meiner Gesundheit jetzt den Vorrang zu lassen und dem Turnen und mir eine Auszeit zu geben", schrieb Janas wenige Tage vor ihrem 17. Geburtstag auf Facebook. "Ich habe sehr lange darüber nachgedacht und auch viele Gespräche geführt und mir ist diese Entscheidung gewiss nicht leicht gefallen. ... Es wird nicht gerade eine einfache Zeit."

Vor gut einer Woche war Janas mit dick bandagiertem Knie durch die Lausitz-Arena von Cottbus gehumpelt, der Schmerz stand ihr ins Gesicht geschrieben. Eine Stauchung des Knies bei der Landung nach perfekter Übung am Stufenbarren war beim Weltcup die letzte Turnübung in der Karriere des größten deutschen Talents seit Fabian Hambüchen. Was folgte, waren MRT-Untersuchungen in der Berliner Charité und nach Abschwellen des dicken Knies auch genauere Untersuchungen am Olympiastützpunkt in Stuttgart.

"Herber Verlust"

Die Entscheidung der 16-Jährigen habe allerdings schon vor der Diagnose festgestanden, verriet Cheftrainerin Ulla Koch. "Ich habe höchsten Respekt vor Kim, dass sie in ihrem Alter eine solche Entscheidung trifft. Man hätte das jetzt alles noch hinauszögern können, aber es hätte nichts gebracht."

"Das ist unglaublich bitter, aber ihr Körper hält diesen Belastungen nicht stand", bedauert die Trainerin das frühe Karriere-Aus. "Der Rücktritt ist ein herber Verlust für das deutsche Turnen, aber es ist im Sinne ihrer Gesundheit. Wir stehen hinter der Entscheidung von Kim und akzeptieren diese voll und ganz, denn die Gesundheit hat immer Vorrang."

Schon als junge Turnerin hatte Janas deutsche Meistertitel in Serie gewonnen. Zwischen 2011 und 2013 waren es 13 von möglichen 15. Sie turnte schwieriger und sauberer als viele Seniorinnen.

Olympiatraum ausgeträumt

Doch 2013 begannen die Probleme, als Janas den ersten Kreuzbandriss im rechten Knie erlitt. Kaum zwei Jahre später lag sie 2015 bei der EM in Montpellier mit schmerzverzerrtem Gesicht neben dem Schwebebalken. Einige Wochen später wurde ein erneuter Kreuzbandriss - diesmal im linken Knie - festgestellt. Im Februar verletzte sich Janas am linken Ellenbogen. Und erst vor acht Wochen beklagte die Hoffnungsträgerin einen Kapselriss im rechten Knie.

Der große Traum vom Olympiasieg ist für Kim Janas ausgeträumt. Nach dem Ende der zehnten Klasse wird sie wieder in ihre Heimatstadt Halle/Saale ziehen und dort das Abitur ablegen. "Turnen ist und wird auch immer mein Leben und Teil meines Leben bleiben. Ich werde es NIE ganz aufgeben können und wollen, dafür habe ich diesen Sport zu sehr gelebt und geliebt", sagte Janas. "Vielleicht beginne ich eine Trainerkarriere oder mache vielleicht auch den Kampfrichterschein."

Quelle: n-tv.de, Frank Thomas, dpa

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