Besonderes MLB-Finale

Kluge Baseball-Zwerge blamieren die 300-Millionen-Dollar-Giganten

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Die Tampa Bay Rays feiern den Finaleinzug. (Foto: IMAGO/ZUMA Press Wire)
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22.10.2026 | 19:08 Uhr
Die Giganten wollten es in dieser MLB-Saison so richtig krachen lassen und stellten sich sündhaft teure Kader zusammen. Doch es kommt ganz anders: Im Finale stehen zwei "arme Schlucker" der Liga.

Die New York Mets? Planten in dieser Saison mit 346,7 Millionen Dollar für Spielgehälter - und schafften es nicht mal in die Playoffs. Die Los Angeles Dodgers, Champion der beiden vergangenen Jahre? 339,3 Millionen, raus im Halbfinale. Rekordmeister New York Yankees? 308,3 Millionen, raus im Viertelfinale. Die World Series der Major League Baseball (MLB) findet ab Freitag Ortszeit damit ohne die größten "big spender" statt.

Und damit willkommen zum Duell der "armen Schlucker". Die Milwaukee Brewers, mit einem Gehaltszettel von 146,2 Millionen Dollar nur die Nummer 19, empfangen in der Serie "best of seven" die Tampa Bay Rays, mit 95,6 Millionen Dollar nur die Nummer 28 von 30 Mannschaften. Die beiden Finalisten liegen damit weit unter dem Liga-Durchschnitt (181,9 Millionen Dollar). Sie gelten als sogenannte "small market teams".

Detailarbeit statt Dollar-Rausch

Zufalls-Finalisten sind freilich weder die Brewers ("Brauer") aus dem kalten Wisconsin noch die Rays ("Sonnenstrahlen") aus dem Sunshine State Florida - sie waren in der regulären Saison die jeweils besten ihrer Liga. Milwaukee (National League) warf danach die Dodgers raus, Tampa Bay (American League) demütigte die Yankees. In der 122. World Series stehen sich damit erst zum zweiten Mal in den vergangenen 100 Jahren zwei Klubs gegenüber, die den Titel noch nicht gewonnen haben. Für die Brewers ist es die zweite Chance nach 1982, für die Rays die dritte nach 2008 und 2020.

Milwaukee und Tampa Bay eint, dass sie aus wenig viel machen, und das schon seit Jahren. Beide zeichnet aus, dass sie gut in der Ausbildung von Talenten und der Wiederbelebung gescheiterter Spieler sind. Beide haben klug zusammengestellte Kader. Und: Brewers wie Rays setzen auf "small ball". Sie legen Wert auf die buchstäblich "kleinen" Dinge, sie erarbeiten sich ihre Runs durch präzise Detailarbeit.

Keine bindende Gehaltsgrenze

Und schließlich: Brewers wie Rays verfügen über Pitcher erster Güte, keiner ragt dabei so weit heraus wie Milwaukees Jacob Misiorowski (24): "The Miz" ist 201 Zentimeter groß und wirft den Ball so schnell wie kein Zweiter: Sein MLB-Rekord steht bei sagenhaften 105,5 Meilen pro Stunde (169,78 km/h). In der regulären Saison übertraf er mit geradezu aberwitzigen 1115 Würfen die Barriere von 100 Meilen (160,9 km/h).

Dass nun ausgerechnet zwei Klubs wie Milwaukee und Tampa Bay in der World Series stehen, könnte auch die laufenden Verhandlungen über einen neuen Tarifvertrag zwischen den Eigentümern und den Spielern beeinflussen. Die Eigentümer wollen eine feste Gehaltsobergrenze, um angeblich die Erfolgschancen der "small market teams" zu erhöhen. Dass sie damit auch ihren Profit erhöhen, verschweigen sie lieber.

Tatsächlich scheinen zumindest die "big spender" in der MLB genug Geld zu haben. Bislang gibt es nur eine nicht bindende Gehaltsgrenze. 2026 liegt sie bei 244 Millionen Dollar, wer sie überschreitet, muss eine "Luxussteuer" zahlen. Für die seit Jahren spendablen Dodgers heißt das: Der Kader für 2026 kostet bis zu 433 Millionen Dollar.

Verwendete Quellen: ntv.de, tno/sid