Deutscher mit Top-Debüt

Laidlow kämpft sich durch Lauf-Drama und bricht Weltrekord

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Sam Laidlow hat seinen Sieg in Roth wiederholt - und das mit Weltbestzeit. (Foto: picture alliance/dpa)
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05.07.2026 | 16:35 Uhr
Er ist und bleibt der Sieger vom legendären Langdistanz-Triathlon in Roth: Sam Laidlow. Dabei erlebt der Franzose ein kleines Drama kurz vor dem Ziel, doch es reicht trotzdem zur Weltbestzeit. Der Leipziger Rico Bogen beeindruckt mit dem schnellsten Debüt jemals.

Als Sam Laidlow in das Stadion im Triathlon-Park von Roth einlief, zog er getragen vom Jubel der Tausenden Zuschauer noch einmal das Tempo an, nahm immer wieder die Hände vors Gesicht und schüttelte ungläubig den Kopf. Mit einer grandiosen Leistung holte sich der Franzose nicht nur den zweiten Sieg nacheinander beim Klassiker in Franken. In 7:21:04 Stunden stellte der 27-Jährige zudem eine Weltbestzeit über die Langstrecke auf.

"Ich war am Kämpfen, aber mein Team, meine Freundin und die Zuschauer haben mich ins Ziel getragen", sagte Laidlow. Sieben Kilometer vor dem Ziel hatte er einen Einbruch, musste an einer Verpflegungsstation sogar gehen, sein Körper streikte. Doch der Franzose konnte wieder loslaufen und beendete den Wettkampf souverän. Lob kam vom dreimaligen Langdistanz-Weltmeister Jan Frodeno, der zehn Jahre zuvor in Roth eine Weltbestzeit aufgestellt hatte. "Einfach toll die Leistung von Sam", sagte der 44-Jährige, der vor zwei Jahren seine Karriere beendet hat.

Laidlow verwies den großen Favoriten Kristian Blummenfelt aus Norwegen mit einem Vorsprung von 5:20 Minuten auf den zweiten Platz - und nahm ihm die bisherige Weltbestmarke über 3,86 Kilometer Schwimmen, 180 Kilometer Radfahren und 42,195 Kilometer Laufen ab. Der Olympiasieger hatte im April für den Ironman Texas 7:21:24 Stunden benötigt.

In Roth erwies sich der Rückstand von fast 13 Minuten vor dem abschließenden Marathon selbst für den 32 Jahre alten Ausnahmeathleten als zu groß. Von Platz fünf aus lief Blummenfelt noch bis auf Rang zwei vor, doch für ganz vorne reichte es nicht.

Leipziger Bogen ist "super happy"

Die größte Überraschung in dem Weltklasse-Teilnehmerfeld war der Leipziger Rico Bogen. Bei seinem ersten Triathlon über die Langstrecke mischte der Weltmeister von 2023 über die halb so lange 70.3-Strecke dank einer starken Leistung auf dem Rad lange vorn mit und wurde Dritter. In 7:27:53 Stunden stellte er bei Temperaturen von um die 23 Grad zudem ebenfalls eine Bestmarke auf - kein Triathlet war bei einem Langstrecken-Debüt jemals so schnell wie er.

"Ich bin super happy über den dritten Platz bei der ersten Langdistanz", sagte der 25-Jährige. "Ich habe auf keinen Fall gedacht, dass das mit dem Podium klappt." Lange hatte es für ihn sogar nach Platz zwei ausgesehen. Doch bei etwa Kilometer 39 auf der Laufstrecke hatte er gegen den heranstürmenden Blummenfelt keine Chance.

Schweizerin Siffert siegt bei den Frauen

Der dreimalige Ironman-Weltmeister Patrick Lange musste von weiter hinten den Kampf an der Spitze ansehen. "Ich hatte keine Chance bei dem, was die abfeuern. Ich bin ja gut gefahren, aber die Zeiten ...", meinte der 39-Jährige aus Darmstadt kopfschüttelnd. Lange kündigte an, dass er im kommenden Jahr in Roth seine Karriere beenden wird.

Dass das Rennen einen würdigen Rahmen für einen Abschied von einer großen Karriere bildet, zeigte sich auch bei der diesjährigen Ausgabe. Noch nie waren so viele Zuschauer an der Strecke und im Stadion wie diesmal. Die Schätzungen gingen von etwa 300.000 Menschen aus. "Das wird ein Zuschauerrekord", sagte Renndirektor Felix Walchshöfer im Bayerischen Rundfunk schon vor dem Zieleinlauf. Die Stimmung an der Strecke war für die Triathleten wieder einmal beeindruckend. Roth-Neuling Bogen: "Es war noch krasser als das, was ich gehört hatte."

Auch Frauen-Siegerin Alanis Siffert war begeistert von der Stimmung. "Ihr habt mir heute alle Flügel gegeben", rief die Schweizerin den Zuschauern im Ziel zu. Die Vorjahresdritte gewann in 8:09:09 Stunden vor der britischen Favoritin Lucy Charles-Barclay, die 7:32 Minuten mehr benötigte. Beste Deutsche war die Leipzigerin Caroline Pohle. Sie erlebte wie Rico Bogen ihr Langstrecken-Debüt und überzeugte als Fünfte mit einem Rückstand von 23:40 Minuten.

Verwendete Quellen: ntv.de, Claas Hennig und Markus Kaiser, dpa