Kein Viertelfinale für DEB-TeamLettland fegt Deutschlands Mini-Hoffnung bei WM gnadenlos vom Eis

Die WM-Enttäuschung für die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist perfekt. Der letzte Viertelfinal-Strohhalm Ungarn hat gegen Lettland keine Chance. Bundestrainer Harold Kreis wackelt gewaltig.
Die deutsche Eishockey-Nationalmannschaft ist bei der WM in der Schweiz erneut bereits nach der Vorrunde ausgeschieden. Lettland qualifizierte sich am Dienstag in der Gruppe A mit einem 8:1 (3:0, 2:1, 3:0) gegen Ungarn für das Viertelfinale.
Die Auswahl des Deutschen Eishockey-Bundes (DEB) hatte die Vorrunde am Montag mit einem 6:3-Sieg gegen Auf- und Absteiger Großbritannien abgeschlossen. Mit zehn Punkten wäre ein Weiterkommen nur bei einer lettischen Niederlage nach der regulären Spielzeit möglich gewesen.
NHL-Star Seider vermisst "Identität"
Nach dem Vorrunden-Aus vor einem Jahr in Dänemark und der Olympia-Enttäuschung in Mailand mit allen NHL-Stars um Leon Draisaitl erlebte das Team von Bundestrainer Harold Kreis das dritte unbefriedigende Turnier in Folge. Die Zukunft des 67-Jährigen ist offen, DEB-Sportvorstand Christian Künast vermied ein Bekenntnis zu Kreis, der 2023 bei seinem WM-Einstand die deutsche Mannschaft sensationell zu Silber geführt und im vergangenen Dezember seinen Vertrag verlängert hatte.
"Darüber brauchen wir noch nicht zu sprechen. Lasst uns erstmal die Analyse machen. Das Turnier ist ja noch nicht mal zu Ende", sagte Künast nach dem Spiel gegen die Briten: "Warum soll ich jetzt was dazu sagen? Das hab ich noch nie gemacht und mach es auch jetzt nicht." Die Analyse des Turniers soll ab Montag der nächsten Woche erfolgen. Im kommenden Jahr steht die Heim-WM in Düsseldorf, Mannheim und auf Schalke an. Kreis hatte nach dem letzten Gruppenspiel zur allgemeinen Überraschung von einer "stabilen, soliden Gruppenphase" seines Teams gesprochen. Nach dem endgültigen Aus stand er nicht mehr für eine Antwort zur Verfügung.
NHL-Star Moritz Seider sprach indes Klartext. "Ich weiß nicht, ob es ein Rückschritt war. Aber wir befinden uns in einer schwierigen Phase", sagte er nach dem Pflichtsieg über die Briten und setzte eine Spitze gegen den Bundestrainer: "Ich finde, wir haben im Moment keine wirkliche Identität, die uns auszeichnet."