Tour-Star tröstet sich

Pogacar wird ausgebuht, Vingegaard geht auf "Fans" los

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Jonas Vingegaard (r.) verteidigt Tadej Pogacar (Foto: dpa)
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16.07.2026 | 07:52 Uhr
Tadej Pogacar beherrscht den Radsport. Das gefällt nicht jedem Fan am Straßenrand. Der slowenische Weltmeister kassiert auch Buhrufe - und nimmt diese gelassen. Auch durch Gedanken an einen der größten Tennis-Stars.

Lance Armstrong hat es einst erlebt, auch Chris Froome musste sich mit Anfeindungen auseinandersetzen - und plötzlich gibt es auch Buhrufe für Superstar Tadej Pogacar bei der Tour de France. Hatte der slowenische Weltmeister mit seiner spektakulären Fahrweise und seiner lockeren Art bislang die Radsport-Fans begeistert, scheint seine große Dominanz so manchen Zuschauer am Straßenrand zu stören. Auch "UAE Mafia" war auf Spruchbändern bereits zu lesen.

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Pogacar nahm die neue Erfahrung gelassen hin. "Ich denke dabei immer an Tennis - an Novak Djokovic und seine mentale Stärke, die er hat. Er hatte in dieser Hinsicht eine der schwierigsten Karrieren und musste viele Pfiffe ertragen, manchmal ohne ersichtlichen Grund, obwohl er einer der Größten aller Zeiten ist. Wenn mich also jemand ausbuht, denke ich an Novak Djokovic und lasse mich von ihm inspirieren", sagte der Weltmeister.

Vingegaard zweifelt an den Fans

Unterstützung erhält Pogacar auch von seinem Rivalen Jonas Vingegaard. Der Däne verteidigte den Tour-Führenden. "Ich habe sie gehört. So etwas darf im Sport nicht vorkommen", zitiert "RMC Sport" den zweimaligen Gesamtsieger am Rande der elften Etappe. Vingegaard weiter: "Sie mögen ihn vielleicht nicht unterstützen, aber sie sollten ihn nicht ausbuhen. Warum kommt man zu einer Sportveranstaltung, wenn man nur jemanden auspfeift? Sie sollten kommen, um die Fahrer anzufeuern und Spaß zu haben. Ansonsten sollen sie zu Hause bleiben."

Pogacar hat in den letzten Jahren den Radsport dominiert, wie vor ihm wohl nur Eddy Merckx. Vier Gesamtsiege bei der Tour, 24 Etappensiege, zwei Weltmeister-Titel und auch bei den Klassikern lässt der Ausnahmekönner seinen Rivalen kaum mehr etwas übrig. Auch die Tour 2026 scheint bereits vor den großen Alpenetappen entschieden zu sein. Bei der Frankreich-Rundfahrt hat letztmals Froome mit vier Siegen in fünf Jahren ähnlich dominiert. Armstrong wurden einst die sieben Siege in Serie wegen Dopings nachträglich aberkannt. Beide erlebten auch unangenehme Erfahrungen am Straßenrand.

Noch weitaus größere Anfeindungen musste in der Vergangenheit Mathieu van der Poel vor allem bei Cross-Rennen in Belgien über sich ergehen lassen. Dass der Niederländer die belgische Domäne derart beherrscht, können einige Fans nur schwer ertragen. Van der Poel wurde gar schon mit Bier oder Urin beworfen.

Die Anhängerschaft von Pogacar ist am Straßenrand indes deutlich in der Überzahl. "99 Prozent der Leute feuern alle an. Radsport-Fans sind die besten im gesamten Sport", sagt der Tour-Patron und fügt hinzu: "Wenn mich jemand ausbuht oder irgendjemand anderen, dann buht er eigentlich das gesamte Peloton aus, weil man gar nicht genau sagen kann, wem es gilt. Wir fahren ja alle gemeinsam vorbei."

Verwendete Quellen: ntv.de, msc/dpa