Sport

Kollision bei der Vendée Globe Segel-Drama um Herrmann kurz vorm Ziel

Rückschlag für den deutschen Weltumsegler Boris Herrmann: Nur 90 Seemeilen vor dem Ziel in Frankreich stößt seine Jacht mit einem Fischerboot zusammen. Der 39-Jährige bleibt dabei unverletzt. Der Unfall bringt ihn um seine Siegchancen bei der Vendée Globe. Der Sieger steht inzwischen fest.

Kurz vor dem Ende der Vendée Globe hat Solo-Weltumsegler Boris Herrmann durch eine Kollision mit einem Fischerboot den Sieg verpasst. Nach Angaben seines Teams passierte der Vorfall etwa 90 Seemeilen vor dem Zielort Les Sables-d'Olonne. Der 39 Jahre alte Hamburger blieb nach eigener Aussage unverletzt, seine Jacht "Seaexplorer - Yacht Club de Monaco" wurde beschädigt. Inzwischen segelt Herrmann noch um Platz vier. Der Hamburger war am frühen Morgen noch etwa 40 Seemeilen vom Ziel im französischen Les Sables-d'Olonne entfernt.

Herrmann segelte nach dem Unfall mit deutlich reduzierter Geschwindigkeit weiter. Zum Zeitpunkt der Kollision hatte er auf dem dritten Platz gelegen. Wegen einer Zeitgutschrift von sechs Stunden galt er bis dahin als Sieganwärter. Vor dem Vorfall war er nach Mitternacht in dem französischen Küstenort erwartet worden. Als erster Segler hatte zuvor der französische "Apivia"-Skipper Charlie Dalin die Ziellinie gekreuzt. Der 36 Jahre alte Profisegler und Jachtkonstrukteur beendete seine Solo-Weltumseglung über 28.267,88 Seemeilen nach 80 Tagen, 6 Stunden, 15 Minuten und 47 Sekunden.

Wegen einer Zeitgutschrift wurde Bestaven inzwischen zum Sieger erklärt. Der Franzose erreichte zwar in der Nacht über sieben Stunden nach Dalin das Ziel und kam hinter seinem Landsmann Louis Bureau ("Bureau Vallee 2") als Dritter an. Wegen einer Gutschrift von zehn Stunden und 15 Minuten feierte der 48 Jahre alte Skipper aber seinen ersten Triumph beim Segel-Klassiker. Damit setzen die Franzosen ihre Siegesserie fort. In allen neun Rennen seit 1989/90 waren sie erfolgreich.

Grund für den Bonus durch die Wettfahrtleitung war die Beteiligung von Herrmann und Bestaven an der Rettung für den schiffbrüchigen Kevin Escoffier in der Nacht vom 30. November auf den 1. Dezember.

"Das sind die wohl spannendsten Stunden meines Lebens", hatte Herrmann am Finaltag mit Blick auf seine Siegchancen noch gesagt, ehe der Unfall geschah. Er ist der erste deutsche Segler, der an der wohl härtesten Segelregatta teilnimmt. Seine Frau Birte Lorenzen-Herrmann, die sieben Monate alte Tochter Malou und Familienhund Lilly sind nach Frankreich gereist, um ihn zu begrüßen.

Quelle: ntv.de, kst/tno/sid/dpa

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