Ciryl Gane ist InterimschampUFC hat neuen "gefährlichsten Mann des Planeten"

Im Schwergewicht der UFC reicht oft ein Schlag, um den Kampf zu beenden. Beim Kampf um den Interim-Schwergewichtsgürtel zahlt sich aber vor allem die Agilität und Cleverness des Franzosen Gane aus, der seinen Kontrahenten Derrick Lewis dominiert.
Erstmals steht ein Franzose ganz oben in der UFC: Ciryl Gane gewinnt den Interim-Schwergewichtsgürtel nach einem technischen K.o. in der dritten Runde bei UFC 265 in Houston gegen den US-Amerikaner Derrick Lewis. Die Titel-Zwischenlösung hatte sich ergeben, weil sich der amtierende Champion Francis Ngannou nach seinem Titelgewinn im März nicht auf einen Kampf mit Lewis einigen konnte. Um die beiden Titel zu vereinigen wird Ngannou als Nächstes auf Gane treffen, der in allen seinen zehn MMA-Profikämpfen noch ungeschlagen ist.
Die Schwergewichtsdivision in der UFC geht bis zu einem Maximalgewicht von 120 Kilogramm. In dieser Gewichtsklasse reicht oft ein Schlag, um den Kampf zu beenden. Deshalb wird der Heavyweight-Champion von der UFC gerne als "Baddest Man on the Planet" ("Gefährlichster Mann des Planeten") bezeichnet.
Was Gane so gefährlich macht, ist seine Agilität und sein Fight IQ in einer eher behäbigen Gewichtsklasse. Der 1,96-Meter-Hühne bewege sich wie ein Kämpfer aus dem Mittelgewicht, erklärte UFC-Legende und ehemalige Schwergewichts-Champion Daniel Cormier nach dem Kampf. Und gegen Lewis zahlte sich die Flexibilität und Geschwindigkeit des Franzosen, der erst seit drei Jahren im MMA-Bereich kämpft, voll aus.
In den ersten beiden Runden bearbeitete Gane seinen Kontrahenten mit sauberen Jabs, wechselte ständig seine Auslage und machte es Lewis fast unmöglich, eigene Treffer zu landen. Die Entscheidung leiteten dann aber gezielte Tritte gegen die Wade des rund zehn Kilogramm schwereren Lewis ein, der in Runde 3 nach einem heftigen Treffer ans linke Bein ins Straucheln geriet und sich weitere Schläge von Gane einfing.
Die Stabilität im Standbein bei Lewis war weg und Gane setzte nach. Als der Amerikaner in Schutzhaltung am Boden nicht auf die auf ihn einprasselnden Schläge des Franzosen reagierte, schritt der Ringrichter ein und erklärte den Kampf für entschieden. "Glücklich und stolz" sei er, betonte Gane nach dem Fight. Er freue sich nun auf das Aufeinandertreffen mit Ngannou, den er bereits sehr gut kennt - beide waren lange Zeit Trainingspartner.