Handball-Bundesligist HSG Wetzlar sieht sich aufgrund einer strittigen Schiedsrichter-Entscheidung um den Sieg gegen den ThSV Eisenach gebracht und kündigt Einspruch gegen die Spielwertung an. "Was daraus wird und ob dieser Erfolg hat, werden wir sehen. Wir sind aber der Meinung, dass wir die Pflicht haben, das nachzuverfolgen - auch den Jungs gegenüber", sagte Sport-Geschäftsführer Michael Allendorf nach dem 31:31. "Ich finde, dass sie ein gutes Spiel gemacht, bis zum Ende gekämpft und sich gegen die Niederlage gestemmt haben.
Vier oder fünf Pässe?
Das war der Auslöser des Ärgers: Wenige Sekunden vor Spielende kam Wetzlar in Ballbesitz. Die Schiedsrichter zeigten das Vorwarnzeichen für passives Spiel an, danach sind laut Reglement für die angreifende Mannschaft nur noch vier Pässe erlaubt.
Die Schiedsrichter werteten nun die Weitergabe an Nikolaj Læsø, der den Ball zum vermeintlichen 32:31-Siegtreffer im Tor untergebracht hatte, als fünften Pass und gaben das Tor nicht. Eisenach kam wenige Sekunden vor dem Ende noch einmal in Ballbesitz, konnte den Ball aber nicht im Wetzlarer Tor unterbringen.
Kaum Chancen auf Erfolg
"Wir sind der Auffassung, dass der letzte Pass zu Nikolaj der vierte Pass war und die Aktion deshalb nicht wegen passiven Spiels hätte abgepfiffen werden dürfen. Daher haben wir auch Einspruch angekündigt", sagte Allendorf. Der Punkt sei sportlich wertvoll, heißt es im Wetzlarer Spielbericht, "dürfte sich angesichts der dramatischen Schlusssekunden aber zunächst nur schwer wie ein gewonnener anfühlen".
Sowohl für Wetzlar als auch Eisenach bedeutete das 31:31 den ersten Punkt am dritten Spieltag der Handball-Bundesliga. Dass das Ergebnis am Grünen Tisch in einen Sieg des Heimteams geändert wird, ist eher unwahrscheinlich.

