Von der Bezirksliga in die Bundesliga: Ralf Kettemann vom Aufsteiger SC Paderborn hat als Fußball-Trainer einen steilen Aufstieg geschafft. In einem "Sport-Bild"-Interview hat der 40-Jährige nun offen über psychische Belastungen und externe Hilfe auf diesem Weg gesprochen.
"Ich habe mir den Trainerberuf selbst beigebracht. Das war viel Trial and Error", sagte Kettemann. Als Verantwortlicher beim TSV Ilshofen im Landkreis Schwäbisch Hall sei er in eine "Arbeitsspirale" geraten, die viel Kraft gekostet und starke Spuren hinterlassen hätte.
"Ich habe mich teilweise abgewertet gefühlt als Mensch, als plötzlich Spiele verloren gingen", sagte Kettemann. "Vereinzelt musste ich zu Spielen gefahren werden. Das war für mich der Peak-Moment."
Aus dieser Erfahrung heraus habe er sich "professionelle Hilfe" geholt und "mit Menschen zusammengearbeitet, die einen spiegeln", erzählte er. Seine Lehre daraus sei: "Man ist kein guter Mensch, wenn man ein Spiel gewinnt. Und man ist kein schlechter Mensch, wenn man eine Partie verliert." Das versuche er seinen Spielern auch jetzt zu vermitteln.
