Ex-FIFA-Vize sicher: "Infantino und Trump haben zusammengearbeitet"
Die Pläne von Gianni Infantino, Anteile an der Weltmeisterschaft an Investoren zu verkaufen, sind gescheitert. Aus der ganzen Welt gibt es Gegenwind für den Alleingang des 56-Jährigen. Ex-FIFA-Vize Jim Boyce hegt den Verdacht, dass US-Präsident Trump an den Plänen des Schweizers nicht unbeteiligt ist.

"Trump und Infantino haben zusammengearbeitet"
"Irreparabler Vertrauensverlust": DFB rückt von FIFA ab
Die WM-Verkaufspläne von FIFA-Boss Gianni Infantino haben den DFB nachhaltig wütend gemacht. Andreas Rettig, DFB-Geschäftsführer Sport, sagte dem "Stern", es gebe einen "irreparablen Vertrauensverlust". Rettig, der zum Jahresende beim DFB ausscheidet und dessen Nachfolger Ex-Nationalspieler Per Mertesacker sein wird, sagte weiter: "Ich glaube, dass er bei einem isolierten Statement der UEFA allein nicht eingeknickt wäre. Ich glaube schon, dass er nicht damit gerechnet hat, dass so schnell Unterstützung aus anderen Konföderationen kommt. Als sich dann auch der asiatische und der nordamerikanische Fußballverband öffentlich zu Wort gemeldet haben, war eigentlich klar, dass die Schlacht für ihn verloren war."
Kritikern, die der Meinung sind, der DFB habe Infantino in den vergangenen Jahren zu viel durchgehen lassen, widerspricht er: Man müsse unterscheiden zwischen dem, was öffentlich wahrgenommen werde, und dem, was tatsächlich in den Gremien diskutiert werde. "Dort ist durchaus kontrovers über verschiedene Themen gesprochen worden." Es sei aber "unglaublich", dass alle Council-Mitglieder, auch DFB-Präsident Bernd Neuendorf, erst durch die Berichterstattung von den Plänen erfahren haben.
Spektakuläres Comeback von Farke-Team macht Wirtz' Tor unnütz
Trotz eines Treffers von Florian Wirtz hat der FC Liverpool die erste Niederlage unter seinem neuen Trainer Andoni Iraola kassiert. Im Rahmen ihrer Tour durch die USA unterlagen die Reds im Soldier Field von Chicago nach einem Einbruch in der zweiten Halbzeit Premier-League-Rivale Leeds United 2:4 (2:0). Die Mannschaft von Daniel Farke erzielte ihre vier Treffer in der letzten halben Stunde.
Wirtz hatte nach einer Hereingabe von Jeremie Frimpong die Führung von Liverpool durch Luke Chamers (7.) zunächst ausgebaut (40.). Für den deutschen Nationalspieler Wirtz war es der erste Einsatz nach der WM. In der zweiten Halbzeit gelang Leeds durch Brenden Aaronson (60.), Dominic Calvert-Lewin (71., 85.) und Sean Longstaff ein spektakuläres Comeback. Seine ersten beiden Spiele in den USA hatte Liverpool gegen Liga-Rivale AFC Sunderland (4:2) und Zweitligist AFC Wrexham (1:0) gewonnen. Leeds hatte zuvor gegen Wrexham verloren (2:3) und gegen Sunderland gewonnen (1:0).
Hoeneß-Lob geht Eberl runter wie Öl
Sportvorstand Max Eberl freut sich beim FC Bayern über die lobenden Worte von Uli Hoeneß. Nachdem der Ehrenpräsident dem Sportvorstand "eine perfekte Transferperiode" bescheinigt und die Tendenz zu einer Vertragsverlängerung auf "100 Prozent" beziffert hatte, äußerte sich Eberl in Südkorea zufrieden. "Natürlich haben mich die Worte am Donnerstag sehr gefreut, da mache ich keinen Hehl draus. Man hört lieber Lob", sagte Eberl auf der Terrasse des Teamhotels. "Ich versuche meinen Job zu machen bei Bayern München, versuche die Menschen, die darüber entscheiden, zu überzeugen, dass ich keine so schlechte Wahl bin. Am Ende wird es der Aufsichtsrat entscheiden." Der Vertrag des 52-Jährigen läuft im Sommer 2027 wie der von Vorstandschef Jan-Christian Dreesen aus. Der Aufsichtsrat entscheidet in diesem Jahr, wie es auf den Führungsposten weitergehen soll.
"Wir haben eine Mannschaft entwickelt und gebaut, bei der man eine Perspektive und Fantasie hat", sagte Eberl. Zusammen mit Sportdirektor Christoph Freund und Trainer Vincent Kompany sei man "sehr, sehr glücklich" mit dem momentanen Zustand. "Wir haben noch ein paar Spieler zu verkaufen, aber haben trotzdem schon stattliche Einnahmen erzielt."
Zverev empört sich über "Unsinn"
In Abwesenheit zahlreicher Top-Stars hat Alexander Zverev vor dem Auftakt des Masters in Montreal seine Kritik am Format der 1000er-Turniere erneuert. Die Absagen, etwa von Jannik Sinner oder Novak Djokovic, seien "ein Ergebnis des zweiwöchigen Masters-Events. Ich denke, es ist für einige Spieler einfach zu lang, zu viel vor den US Open", sagte Zverev - und hält auch von finanziellen Anreizen nichts. Zuvor war über Sanktionen oder Bonuszahlungen diskutiert worden, um die Top-Spieler zu einer Teilnahme zu bewegen.
"Das ist keine Raketenwissenschaft", sagte der French-Open-Sieger: "Wir bekommen am Ende des Jahres Prämien, wenn wir alle neun Masters-Turniere spielen. Glaubst du, Novak interessiert es, ob er einen größeren Bonus bekommt? Ich schätze, der Typ hat – wenn ich raten müsste – weit über 400 Millionen auf seinem Bankkonto. Ich bin mir nicht sicher, ob ihm 50.000 mehr oder weniger etwas ausmachen würden."
Deutscher Trainer berichtet von Morddrohungen
Der deutsche Trainer Tonda Eckert hat in einem Interview offen über die Spionage-Affäre des englischen Fußball-Zweitligisten FC Southampton gesprochen und von schlaflosen Nächten erzählt. "Es gab sie. Vor allem gab es ein permanentes Gedankenkarussell. Als Cheftrainer bin ich für eine Entscheidung verantwortlich, die wir sehr bereuen", sagte Eckert dem "Kicker". Er habe auch Morddrohungen erhalten. "Ja, das konnte auch nicht mehr ohne Polizei ablaufen. Ich möchte nicht auf Details eingehen, nur so viel: Mir wurde empfohlen, nicht mehr selbst zu fahren, sondern hinten im Auto zu sitzen. Das war sehr schwierig", schilderte Eckert in großer Offenheit.
Eine unabhängige Disziplinarkommission der englischen Fußball-Liga (EFL) hatte den Klub wegen der Affäre aus den Championship-Playoffs - und damit von einem möglichen Premier-League-Aufstieg - ausgeschlossen und mit einem Vier-Punkte-Abzug für die kommende Saison bestraft. "Die Konsequenzen hätten für den Verein und die Mannschaft kaum härter sein können. Dann kommt eine öffentliche Wucht, auf die einen nichts vorbereitet", sagte Eckert.

