Der Sport-Tag

Der Sport-TagEigenen Tod vorgetäuscht: Ex-Schalke-Spieler verurteilt

16.11.2021, 16:17 Uhr

Weil er wegen einer Lebensversicherung den eigenen Tod vorgetäuscht haben soll, hat das Landgericht Essen einen ehemaligen Profifußballer, der in der Jugend beim FC Schalke 04 spielte - unter anderem mit Manuel Neuer -, zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sprach den Angeklagten und seine Ehefrau des besonders schweren Betrugs schuldig und verhängte jeweils Haftstrafen von drei Jahren und zehn Monaten, wie ein Gerichtssprecher sagte.

  • Der heute 35-jährige gebürtige Kongolese und seine 41-jährige Ehefrau sollen im Jahr 2015 eine Lebensversicherung über 1,2 Millionen Euro für ihn abgeschlossen und dann seinen Tod vorgetäuscht haben. Die mitangeklagte Ehefrau, an welche die Versicherungssumme ausgezahlt wurde, stritt die Vorwürfe zum Verhandlungsbeginn ab und beteuerte ihre Unschuld.

  • Ansonsten schwiegen die Angeklagten im Prozess zur Sache. Daher stützte sich das Gericht vor allem auf Indizien wie den Abschluss der Risikolebensversicherung nur ein halbes Jahr vor dem angeblichen Tod des Manns, die hohe Versicherungssumme zugunsten der Frau und regelmäßige Bargeldabhebungen.

  • Kurz nach dem Abschluss der Lebensversicherung war der Mann, der dem WDR zufolge zuletzt für den VfL Hüls in Marl spielte, laut Gericht in die Demokratische Republik Kongo gereist. Anfang des Jahres 2016 habe die Angeklagte falsche Todespapiere für ihren Ehemann vorgelegt, denen zufolge dieser bei einem schweren Verkehrsunfall in Kinshasa ums Leben gekommen sei. Nach eingehender Prüfung habe die Versicherung die Versicherungssumme an die Angeklagte ausgezahlt.

  • Im Jahr 2018 tauchte der jahrelang totgeglaubte Angeklagte nach Angaben des Gerichts schließlich in der deutschen Botschaft in Kinshasa auf und behauptete, zwei Jahre lang entführt worden zu sein. Dass er lebt, wurde hierzulande erst im vergangenen Jahr nach einem Bericht der "Bild"-Zeitung bekannt.

Quelle: ntv.de