Manuel Neuer war pikiert. Ob er das entscheidende Gegentor beim 1:2 (1:1) im letzten WM-Gruppenspiel gegen Ecuador auf seine Kappe nehme? "Nein", antwortete der DFB-Rückkehrer entschieden, als handle es sich bei der Frage um eine Majestätsbeleidigung. Warum nicht? Weil er sich in der Situation vor dem Treffer von Gonzalo Plata (78.) richtig verhalten habe. "Ich muss auf das schauen, was vor mir passiert, wo der Ball ist und was mit dem Ball passiert", sagte Neuer und betonte: "Wenn ich anfange, im Fünfer auf Brustwarzen-Höhe die Bälle rumzupatschen, dann wäre es möglicherweise ein Eigentor gewesen, also auf gar keinen Fall."
Es habe sich vielmehr um "eine ganz normale Kopfballverlängerung" gehandelt. "Jeder Torwart, der schon mal gespielt hat, der weiß, dass ich mich so zu dem Ball hinstellen muss und den versuchen muss auch so zu fangen." Schließlich hätte der Ball "überall hin" verlängert werden können. Das sah ARD-Experte Bastian Schweinsteiger ähnlich. "Es ist extrem schwer für einen Torwart, da zu reagieren", sagte er über das 1:2. "Wenn so viele Spieler vor dem Torwart sind, kannst du wenig machen."
