Für den Pharmakologen Fritz Sörgel wirft der Fall Owen Ansah grundlegende Fragen zum Anti-Doping-System auf. Zugleich hält der renommierte Experte die Schilderung des deutschen 100-Meter-Rekordhalters zu dem nicht abgegebenen Dopingtest für "nicht realitätsfern". Bei Sport1 sagte Sörgel: "Hier muss es eine übereinstimmende Erklärung von Kontrolleur und Athlet geben, sonst steht Aussage gegen Aussage." Ansah wird die Verweigerung einer Dopingkontrolle vorgeworfen. Der Athlet war am Donnerstag der vergangenen Woche nach eigener Darstellung kurz vor seinem Aufbruch zum Diamond-League-Wettkampf in Monaco von einem Kontrolleur der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) überrascht worden. Dieser habe "außerhalb meines Zeitfensters" geklingelt, so Ansah.
Ansah ist nach Angaben der NADA im Einklang mit dem Anti-Doping-Regelwerk derzeit nicht vorläufig suspendiert. Allerdings drohen dem 9,98-Sekunden-Läufer schwere Konsequenzen.
