NADA ermittelt

Dopingproben-Wirbel um deutschen Topsprinter Ansah

Die-deutschen-Sprinter-um-Owen-Ansah-verbesserten-den-deutschen-Rekord-deutlich
Owen Ansah ist ins Visier der NADA geraten. (Foto: Oliver Weiken/dpa)
00:00 / 03:07
17.07.2026 | 20:33 Uhr
Owen Ansah ist Deutschlands mit Abstand bester Sprinter. Doch jetzt ermittelt die NADA gegen ihn. Es geht um eine Dopingprobe, die nie abgegeben wurde. Weil er spät dran war. Ansah kritisiert den Ablauf.

Die Nationale Anti Doping Agentur (NADA) hat gegen den deutschen 100-Meter-Rekordhalter Owen Ansah ein Verfahren wegen eines "möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen" eingeleitet. Wie die NADA mitteilte, wird Ansah vorgeworfen, eine Dopingprobe verweigert zu haben. Ansah ist nach Angaben der NADA im Einklang mit dem Anti-Doping-Regelwerk derzeit nicht vorläufig suspendiert. Der 25-Jährige hatte Anfang Juni seinen eigenen deutschen Rekord auf 9,98 Sekunden gedrückt.

Ansah reagierte auf die Vorwürfe. Ein Kontrolleur habe ihn am Donnerstag der vergangenen Woche kurz vor Aufbruch zum Diamond-League-Wettkampf in Monaco überrascht. Dieser habe "außerhalb meines Zeitfensters" geklingelt und "um die Abgabe einer Dopingprobe" gebeten, sagte Ansah in einer Mitteilung des Deutschen Leichtathletik Verbandes (DLV). "Ich war spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben", sagte der Sprinter: "Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen." Dass ihn der Kontrolleur zum Flughafen begleite, um die Probe dort abzunehmen, wurde laut Ansah nicht angeboten, zudem habe man ihm "keinerlei Konsequenzen aufgezeigt".

Ansah: "Alles dafür tun, den Sachverhalt aufzuklären"

Ansah war am Freitag vergangener Woche beim Diamond-League-Meeting in Monte Carlo in 10,01 Sekunden eine weitere Top-Zeit gelaufen, mit der er seine Leistung vom Rekordlauf am 6. Juni in Regensburg bestätigte. Am Wettkampftag sei er von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) kontrolliert worden, ebenso am folgenden Montag von der NADA, sagte Ansah. Er werde "alles dafür tun, den Sachverhalt aufzuklären".

Der DLV verwies in der Angelegenheit auf die Zusammenarbeit mit der NADA. Der Verband unterstütze deren "Organisation und Durchführung von Dopingkontrollen sowie Ergebnismanagement und Disziplinarverfahren" vollumfänglich, sagte Jörg Bügner, DLV-Vorstand für Leistungssport. Auch mit Ansah bestehe ein enger Austausch. In Monaco sagte Ansah, die EM in Birmingham (10. bis 16. August) sei "das große Ziel" für ihn. In der europäischen Jahresbestenliste belegt der für den Hamburger SV startende Ansah derzeit den zweiten Platz hinter Tokio-Olympiasieger Marcell Jacobs (Italien/9,96). Am 25./26. Juli stehen in Bochum-Wattenscheid die Deutschen Meisterschaften auf dem Programm.

Die frühere Wimbledonsiegerin Marketa Vondrousova aus Tschechien war Ende Juni wegen einer verweigerten Dopingkontrolle für vier Jahre gesperrt worden. Maßgeblich im Tennis für Sanktionen ist die Internationale Agentur für Tennisintegrität (ITIA).

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/sid