DFB fehlt bei Trumps Show

Deutsche Fußball-Bosse lassen das WM-Finale sausen

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Nein, dieses Mal kommt Bernd Neuendorf (r.) nicht ins Stadion zu FIFA-Boss Gianni Infantino. (Foto: IMAGO/Uwe Kraft)
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18.07.2026 | 21:18 Uhr
Wenn Donald Trump und Gianni Infantino am Sonntag den WM-Pokal übergeben, ist kein Vertreter des deutschen Fußballs dabei. Die DFB-Bosse schwänzen die große Show in New Jersey.

DFB-Präsident Bernd Neuendorf und die deutschen Fußball-Spitzenfunktionäre verzichten auf einen Besuch des WM-Endspiels. Wie der Deutsche Fußball-Bund mitteilte, wird kein Verbandsvertreter und somit auch nicht Neuendorf oder dessen Stellvertreter Hans-Joachim Watzke die Partie zwischen Argentinien und Spanien am Sonntag (21 Uhr/ZDF, MagentaTV sowie im ntv.de-Liveticker) in der riesigen Arena in East Rutherford verfolgen.

Neuendorf hätte als Mitglied des FIFA-Councils um Weltverbandschef Gianni Infantino einen reservierten Platz auf der Ehrentribüne. Watzke gehört als deutsches Mitglied der UEFA-Exekutive ebenfalls zum Führungszirkel der internationalen Fußball-Funktionäre. Das Top-Event zum Abschluss der XXL-WM, das auch US-Präsident Donald Trump als Ehrengast im Stadion verfolgt, ist ein Stelldichein der wichtigste Entscheider im Weltfußball.

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Bereits nach dem frühen Ausscheiden der deutschen Nationalmannschaft in der Zwischenrunde durch das 3:4 im Elfmeterschießen gegen Paraguay und der schnellen Rückkehr nach Deutschland hatte es vom DFB geheißen, dass Neuendorf keine WM-Spiele mehr besuchen werde. Dies gilt nun auch für das Finale.

DFB verweigert Infantino Gefolgschaft

Gewöhnlich saßen mehrere Council-Mitglieder bei den Partien auf den VIP-Tribünen. In dieser Woche hatte der DFB bestätigt, dass er im Gegensatz zu der überragenden Mehrheit der nationalen Fußball-Verbände bisher kein Unterstützerschreiben für die angestrebte Wiederwahl von FIFA-Boss Infantino im März 2027 unterzeichnet hat.

Neuendorf und Watzke waren in der Vorwoche nochmals nach New York geflogen - allerdings nicht um Fußball zu schauen, sondern um in einem Flughafenhotel mit Top-Kandidat Jürgen Klopp über das von allen Seiten erhoffte Engagement als Bundestrainer zu sprechen. Klopp wird im Gegensatz zum deutschen Fußball-Führungszirkel auch beim WM-Finale live dabei sein - als Experte von MagentaTV.

In Per Mertesacker trifft er dort auf einen ZDF-Kollegen, der als möglicher Kandidat für einen Posten rund um die Nationalmannschaft, zum Beispiel als DFB-Geschäftsführer, gilt. Mertesacker hatte bislang aus dem ZDF-Studio in Deutschland die WM analysiert, ist beim Finale aber mit seinem Kollegen Christoph Kramer in den USA dabei.

Verwendete Quellen: ntv.de, mar/dpa