Die junge Fraktion der mexikanischen Nationalmannschaft wehrt sich Berichten zufolge gegen einen möglichen Ehreneinsatz von Torwart-Ikone Guillermo Ochoa im letzten Gruppenspiel. Sie seien der Meinung, dass Entscheidungen ausschließlich auf der Grundlage der aktuellen Leistung und der sportlichen Planung getroffen werden sollten. Erst recht bei einem WM-Turnier, bei dem jedes Detail den Weg in die K.-o.-Runde beeinflussen könne.
Sollte es wirklich diesen Widerstand der nachrückenden Generation geben, wäre es allemal bemerkenswert. Ochoa ist eine Legende in Mexiko. Mexiko spielt in der deutschen Nacht zu Donnerstag (3 Uhr MESZ/Magenta TV und im ntv.de-Liveticker) im Aztekenstadion von Mexiko-Stadt gegen Tschechien. Der Mitgastgeber war als erste der 48 Nationen als Gruppensieger in das Sechzehntelfinale eingezogen.
Ganzes Stadion brüllt: Mexiko-Fans sorgen für Gänsehaut

Bekommt der Rekordmann sein Spiel?
Ochoa bestritt 153 Länderspiele in über 20 Jahren für die mexikanische Nationalmannschaft. Beim 2:0 zum WM-Auftakt gegen Südafrika und auch beim 1:0 gegen Südkorea setzte Trainer Javier Aguirre auf den 26 Jahre alten Raúl Rangel von den Chivas aus Guadalajara.
Weder der mexikanische Verband noch Trainer Javier Aguirre sollen auf die Berichte reagiert haben, schrieb die Zeitung "Publimetro". Auch wenn es Ochoas sechste WM ist - nur Lionel Messi und Cristiano Ronaldo waren so oft dabei: Ochoa war anders als der Argentinier oder der Portugiese 2006 und 2010 nicht zum Einsatz gekommen. Die Berichte gehen zurück auf den Journalisten Gabriel Tamayo, der via Social Media von dem Aufbegehren der jungen Spieler schrieb.
Ob das im eigenen Land, in Kanada und den USA, auch so kommt, bleibt abzuwarten. Die Nationalmannschaft sei immer sein Kompass gewesen, betonte Ochoa jüngst unter Tränen in einem Interview der FIFA: Aber jetzt gehe diese Zeit zu Ende. "Ich sehe keinen Sinn mehr im Fußball. Ich sehe keinen Sinn mehr darin, weiterzuspielen."

