Zweites Spiel, zweites Unentschieden. Die belgische Auswahl hat auch gegen den Iran einen Sieg und einen Befreiungsschlag verpasst. Es droht jetzt sogar der ganz frühe Exit aus dem WM-Turnier. Zuvor hatte es ein 1:1 gegen Ägypten gegeben. Nach dem schwachen 0:0 in Los Angeles herrschte Frust im Team. Dicke Fragezeichen machten sich über den Spielern breit. Die Belgier hatten zwar sehr viel Ballbesitz, konnten diesen aber überhaupt nicht ummünzen. Das belgische Portal Sporza notierte eine "frustierende Nullnummer".
"Es ist verständlich, dass die Enttäuschung groß ist", sagte Stürmer Romelu Lukaku, der diesmal von Beginn an ran durfte . "Wir hatten viele Chancen, aber der Ball wollte einfach nicht rein. Wir müssen dieses Spiel analysieren. Wir haben zu emotional gespielt. Wir hatten einen Plan, aber in den entscheidenden Momenten nicht die nötige Ruhe bewahrt."
Freistoß-Trick bringt De-Bruyne-Sohn zum Weinen

Immer wieder scheiterten Lukaku und seine Offensivkollegen am iranischen Keeper Alireza Beiranvand. "Der iranische Torwart hat das Spiel seines Lebens gemacht", lobte Belgiens Torwart Thibaut Courtois, der sein Team selbst im Spiel hielt und als einer der wenigen Normalform erreichte.
Seine Mitspieler feierten den überragenden iranischen Keeper schon unmittelbar nach der spektakulären Szene in der 59. Minute, das Lob vom Trainer gab es wenig später: "Beiranvand ist einer der besten iranischen Torhüter der Geschichte. Er ist sehr intelligent, sehr erfahren und war heute in Topform. Ihm verdanken wir einen Punkt", sagte Trainer Amir Ghalenoei stolz. Sieben teils überragende Paraden zeigte der 33-Jährige. Seine Rettungstat gegen Maxim de Cuyper, der aus kürzester Distanz am blitzschnell reagierenden Keeper scheiterte, ragte heraus.
Und dann stellten sich die Roten Teufelchen auch noch selbst ein Bein. Nathan Ngoy setzte in der 66. Minute zur Notbremse an. Fortan musste die Elf von Rudi Garcia in Unterzahl spielen. Kurz darauf wechselte Garcia Verteidiger Arthur Theate für Lukaku ein, was die belgischen TV-Experten als Fehlentscheidung kritisierten,
De Bruyne glaubt noch an eine gute WM
Im Gruppenfinale gegen Neuseeland geht es für Belgien nun um alles. "Wir müssen das letzte Spiel als das Spiel unseres Lebens behandeln", sagte Lukaku. Sonst droht die Sensation in der Gruppe. "Wir hatten zwei Chancen, um zu gewinnen, und haben es nicht getan. Jetzt haben wir noch eine Chance. Die müssen wir ergreifen."
Real-Keeper Courtois verbreitete trotz des Fehlstarts Optimismus. "Wir wissen, dass im nächsten Spiel viel Druck auf uns lastet. Wir müssen gewinnen und hoffentlich werden wir Erster. Falls nicht, werden wir Zweiter." Auch der ehemalige Bundesliga-Profi Kevin De Bruyne glaubt bei allem Frust noch ans Weiterkommen und eine gute WM. "Ich habe in Turnieren schon vieles erlebt. Ein einziges Spiel kann alles verändern. Wir wissen, dass wir dieses Spiel gewinnen müssen", sagte er.
Für die lange als Goldene Generation bezeichnete Gruppe um den ehemaligen Wolfsburger, Lukaku und Courtois ist diese Weltmeisterschaft die wohl letzte Chance auf etwas Zählbares mit der Nationalmannschaft. Größter Erfolg war bislang der Dritte Platz 2018. "Wir wissen, dass wir bisher nicht genug getan haben, also wissen wir auch, was wir tun müssen", so De Bruyne.
