Neuanfang ganz unten

1860 München verliert den Löwen, aber nicht die Hoffnung

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Es ist kompliziert mit dem Logo. (Foto: picture alliance/dpa)
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30.07.2026 | 09:51 Uhr
Zoff mit dem Investor, Zwangsabstieg, Rechte weg, neues Wappen nötig: Für 1860 München läuft dieser Sommer komplett kurios. Doch es muss in der Regionalliga weitergehen. Und das sogar mit prominenten Namen.

Die "Löwen" sind jetzt nicht mehr die "Löwen". Also irgendwie schon, aber irgendwie auch nicht. Ja, die "Löwen" dürfen nach wie vor "die Löwen" genannt werden, in München gerne auch "der Löwe". Aber nein, sich als solche zu erkennen geben dürfen sie nicht. Wenn der Turn- und Sportverein München von 1860 e.V. nach chaotischen Wochen am Samstag einen Neuanfang in der vierten Liga versucht, wird auf den Trikots das traditionelle Wappen mit dem Löwen und der Zahl 1860 darunter fehlen.

Es ist das wohl absurdeste Detail einer absurden Situation. Zunächst verweigerte Investor Hasan Ismaik die Zahlung von 2,7 Millionen Euro, die zum Erhalt der Lizenz für die 3. Liga erforderlich gewesen wäre. Die GmbH und Co. KGaA, in die 2002 die Profifußballer ausgegliedert wurden, ist mittlerweile insolvent. Die Namens- und Logo-Rechte liegen weiter beim e.V., eine Nutzung für kommerzielle Zwecke ist ihm aber untersagt, weil: Ismaik hält weiter die Rechte am Merchandising.

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Das alte, neue Wappen von 1860. (Foto: picture alliance / Wagner)

Promi-Namen im Kader

Am Samstagnachmittag nun starten die "Löwen" nach dem Zwangsabstieg mit einer Woche Verspätung in die neue Saison der Regionalliga Bayern - in Trikots eines Münchner Unternehmens und mit einem Wappen, das 1919 und danach mal verwendet wurde, auf dem die Buchstaben "F" und "A" (für Fußball-Abteilung) stehen sowie die Zahl 1860. Im Anfang Juni eröffneten Fanshop "LöwenWelt" am Münchner Flughafen hängen dafür die zunächst bestellten Trikots des nunmehr alten Ausrüsters herum - zu Preisnachlässen von 30 Prozent. Das Geld ginge an Ismaik.

Eine Mannschaft haben die "Löwen" rechtzeitig zusammengebracht, nach wie vor zum Kader gehören Florian Niederlechner und Noah Klose, der Sohn von Miroslav Klose - und, erst mal auf Probe, Matthew Collins, der Sohn von Musik-Legende Phil Collins. Das erste Pflichtspiel ist bereits absolviert, in der ersten Runde des bayerischen Landespokals gab es ein 5:0 bei Eintracht Berglern, einem Neuntklassisten. Trainer ist Alper Kayabunar, der zuvor die zweite Mannschaft anleitete.

Dreesen fühlt "keine Schadenfreude"

Am Samstag geht's nun zum ersten Punktspiel zu Schweinfurt 05 - die Erwartungen sind hoch, bei der Konkurrenz jedenfalls. Immerhin 15 der insgesamt 19 Trainer haben die "Löwen" als Top-Favoriten auf den Meistertitel auf dem Zettel. Überbewerten will Coach Kayabunar das nicht, auch nicht die Siege in Testspielen und im Pokal. Viele Gegner seien unterklassig gewesen. "Da wird", mahnte er, "etwas ganz anderes auf uns zukommen."

Auf die Löwen, die so viele Mitglieder haben wie nie zuvor (mehr als 29.000), wird sogar der FC Bayern zukommen. "Wir haben", stellte dessen Vorstandschef Jan-Christian Dreesen lächelnd fest, "ja jetzt ein Lokalderby, in der Regionalliga halt". Nein, schob er sofort nach, das sei nun "keine Schadenfreude. Das ist eine Denkkategorie, in der denken wir beim FC Bayern nicht, ich persönlich schon gar nicht." Vielmehr, betonte Dreesen, "gelten unsere guten Wünsche, dass die Sechziger das hinbekommen". Löwe hin oder her.

Verwendete Quellen: ntv.de, ara/sid