Die Aufstiegsreform der Fußball-Regionalliga steht unmittelbar vor der Abstimmung. Doch plötzlich gibt es Ärger. Die Vereine erhielten in den vergangenen Tagen eine abgeänderte Variante mit der Post. Anders als Ende März mit einer 13-köpfigen Arbeitsgruppe beschlossen, sollen beim sogenannten Kompass-Modell plötzlich jeweils nur 18 statt 20 Vereine den vier Ligen zugehören.
Die kurzfristig veränderten Rahmenbedingungen nach monatelangen Diskussionen lösten Wirbel aus vor der geplanten Abstimmung am Montag, wenn die fünf Träger der Regionalligisten in jeweils eigenständigen Sitzungen abstimmen. Das Ergebnis muss am Ende einstimmig sein.
Bei den erarbeiteten Lösungsvorschlägen im März einigten sich die Fußballfunktionäre auf zwei Varianten, damit künftig alle Regionalliga-Meister in die 3. Liga aufsteigen können. Eine ist das von vielen Klubs bevorzugte Kompass-Modell. Hierbei würden die vier Staffeln in jeder Saison neu aus allen Regionalligisten anhand der Entfernungen gebildet werden.
Vereine vermissen Fakten
Das zweite Modell nennt sich Regionen-Modell. Hierbei würden aus den Regionalligen Nord, Nordost und Bayern zwei Staffeln gebildet werden. Die Regionalligen West und Südwest würden in ihrer jetzigen Form bestehen bleiben.
Nun sollen in der Kompass-Variante nur noch je 18 Vereine den vier Ligen angehören, also insgesamt acht Vereine weniger und damit in der Qualifikationssaison acht Absteiger mehr. "Wenn wenige Tage vor einer entscheidenden Abstimmung zentrale Bestandteile des Modells verändert werden, ist das weder transparent noch vertrauensbildend", sagte Tommy Haeder vom Chemnitzer FC als Sprecher der Initiative "Aufstiegsreform 2025". Er appelliere an alle Klubs, sich klar für die ursprünglichen Inhalte zu positionieren.
Die NOFV-Vereine tendieren im Nordosten klar zum Kompass-Modell. Das verdeutlichten sie nach einem gemeinsamen Treffen Ende April in Peißen bei Halle. Zu diesem Zeitpunkt waren jedoch alle Klubs von 20 Teams ausgegangen, bevor die Strukturänderungen ab der Saison 2027/28 greifen sollen.
"Die Reduzierung auf 18 Vereine pro Staffel führt dazu, dass vier direkte Absteiger mehr als 20 Prozent der Liga ausmachen. Das ist aus meiner Sicht zu viel und verändert die Wahrnehmung des Modells erheblich", sagte Florian Egbers, Geschäftsführer von Drittliga-Aufsteiger SV Meppen dem NDR. Er betonte: "Wer über die Zukunft des Wettbewerbs abstimmen soll, muss die Fakten kennen - genau daran fehlt es aktuell an vielen Stellen."
Die Vereine und Fanszenen im NOFV-Gebiet hatten für die neue Debatte über eine Reform des bisherigen Systems gesorgt. Unter dem Titel "Meister müssen aufsteigen" wurden feste Aufstiegsplätze für jeden der Meister der Regionalligen gefordert. Bisher steigt nur der Meister der Regionalliga West und Südwest direkt auf. Ein weiterer direkter Ausfstiegsplatz steht rotierend einem Meister der Regionalliga Bayern, Nord oder Nordost zu. Die beiden verbliebenen Titelträger spielen den letzten Aufsteiger in einer Aufstiegsrelegation aus.
