Fußball

"Das war eine Katastrophe" Borussia Dortmund lässt sich hart demütigen

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Pure Ernüchterung.

(Foto: Maik Hölter/TEAM2sportphoto/Pool)

Peinlich, blamabel, katastrophal: Borussia Dortmund drohen nach der krassen Pleite gegen den VfB Stuttgart unruhige Zeiten. Es ist die dritte Heimspiel-Niederlage in Folge, die (Nicht)-Form ist erschreckend. Trainer Lucien Favre hat zunehmend schlechte Argumente für eine Vertragsverlängerung.

Marco Reus hockte wie ein Häufchen Elend auf der Bank, Mats Hummels nahm einen Schluck aus der Flasche und blickte fassungslos auf die leeren Ränge. "Das ging gnadenlos schief", stellte der Abwehrchef von Borussia Dortmund nach dem peinlichen 1:5 (1:1) gegen den frechen Aufsteiger VfB Stuttgart bei Sky fest: "Wir haben uns im Minutentakt ins eigene Fleisch geschnitten." Der BVB, der nach der dritten Heimpleite in Folge in der Fußball-Bundesliga den eigenen Ansprüchen weit hinterherläuft, offenbarte enorme Unzulänglichkeiten.

"Wir legen ihnen die Tore reihenweise auf", klagte Hummels, "das sind Ballverluste, die nicht passieren dürfen." Kapitän Reus ging in seiner Analyse noch weiter: "Wir laufen nur hinterher. Wir sind keine Mannschaft, die gut verteidigen kann, das muss man ganz klar sagen." Die erste Reaktion von Lucien Favre klang wie eine Kapitulationserklärung. "Das war eine Katastrophe. Wir waren sehr, sehr schlecht. Das geht nicht. Wir waren heute nicht da", sagte der Dortmunder Trainer bei Sky.

Der BVB hat sich vorerst aus dem Titelrennen der Fußball-Bundesliga verabschiedet. Nicht der BVB, sondern der Aufsteiger aus Stuttgart bot ein Spektakel und schlug den hohen Favoriten mit seinen eigenen Waffen. Ohne großen Widerstand ergab sich der vermeintliche Titelaspirant vor allem in der zweiten Halbzeit dem Tempospiel der Gäste.

"Bin so stolz auf die Jungs"

Die Torschützen Silas Wamangituka (26./Foulelfmeter/53.), Philipp Förster (60.), Tanguy Coulibaly (63.) und Nicolas Gonzalez (90.+1) besiegelten die auch in dieser Höhe verdiente Dortmunder Niederlage. Damit besserte der VfB seine beachtliche Auswärtsbilanz mit inzwischen sechs Partien ohne Niederlage weiter auf. Die Stuttgarter gewannen erstmals seit 13 Jahren wieder in Dortmund. Der wohl größte Coup seit dem Wiederaufstieg bereitete Pellegrino Matarazzo große Freude: "Wir haben brutal als Einheit funktioniert und mit Dominanz und Überzeugung unseren Fußball gespielt. Ich bin stolz auf die Jungs", schwärmte der VfB-Coach. Und Stuttgarts Vorstandschef Thomas Hitzlsperger twitterte: "Ich könnte Konfetti kotzen, so happy bin ich über das, was ich gerade sehen durfte."

Als Erklärung für den steten Aufwärtstrend in seinem Team machte Matarazzo den Trainingsfleiß seiner Profis aus: "Wir machen sehr gute Schritte in guter Geschwindigkeit. Es ist ein enormes Trainingsniveau und Engagement. Das ist der Grund, warum wir so schnell vorankommen."

So schlecht wie zuletzt unter Klopp

Dagegen bot der BVB wie schon bei der Niederlage vor zwei Wochen an gleicher Stätte gegen den 1. FC Köln (1:2) trotz des zwischenzeitlichen Ausgleichs von Giovanni Reyna (38. Minute) eine indiskutable Vorstellung. Das Team verlor auch ihr drittes Bundesliga-Heimspiel in Serie - das gab es für den BVB letztmals in der Saison 2013/14 unter Jürgen Klopp.

Die Miene von Favre verfinsterte sich von Minute zu Minute mehr. Denn seine Chance auf die Verlängerung seines zum Saisonende auslaufenden Vertrages dürften mit dieser Vorstellung weiter gesunken sein. Nicht auszuschließen, dass die eigentlich für Ende Januar angedachten Vertragsgespräche im Fall weiterer Rückschläge in den Spielen bis Weihnachten bei Werder Bremen, Union Berlin und im Pokal bei Eintracht Braunschweig vorverlegt werden - zu Ungunsten von Favre. Der Schweizer forderte schnelle Wiedergutmachung: "Wir müssen schon im nächsten Spiel ein Zeichen setzen."

Quelle: ntv.de, ara/dpa/sid

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